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Letztens im Kino (oder auf DVD)....
Avatar
(17-01-10)
2012 (14-11-09)
The Dark Knight (31-08-08)
Planet
Terror (26-10-07)
Zimmer
1408 (30-09-07)
Death Proof (30-09-07)
Hot Fuzz (27-06-2007)
Fluch der
Karibik 3 (27-06-07)
The
Hitchhiker's Guide to the Galaxy (03-06-07)
Spider-Man 3 (03-06-07)
Shooter
(03-06-07)
Smokin' Aces (12-03-07)
Pan's Labyrinth (12-03-07)
Schräger
als Fiktion (12-03-07)
Rocky Balboa
(13-02-07)
Saw 3 (13-02-07)
Schwere Jungs
(13-02-07)
Casino Royale (11-12-2006)
Severance (11-12-2006)
Cildren of Men (11-12-2006)
Deutschland - Ein Sommermärchen (11-12-2006)
Borat (19-11-2006)
Adams Äpfel
(19-11-2006)
Das Parfüm (02-10-2006)
Snakes on a
Plane (02-10-2006)
Wer früher stirbt ist länger tot
(21-08-2006)
Superman Returns (17-08-2006)
Napoleon Dynamite
(15-08-2006)
Fluch der Karibik 2 - Dead Man's Chest (01-08-2006)
The Fast and the Furious - Tokyo Drift (01-08-2006)
Poseidon
(28-07-2006)
Populärmusik
aus Vittula (18-07-2006)
17-01-10
"Avatar", USA/UK 2009, 162 Min., Regie: James Cameron
IMDB-Link
- Trailer
James Cameron macht's
irgendwie richtig. 1998 war er am Gipfel seiner Karriere, Hollywoods
und irgendwie auch der Welt, als sein letzter Film TITANIC der erfolgreichste
Film aller Zeiten wurde und 11 Oscars abräumte. Statt sich direkt
in den nächsten Film zu stürzen nahm er sich aber ordentlich
Zeit, entwickelte erstmal eine Serie ("Dark Angel", die Jessica
Alba bekannt machte), drehte Dokus und ging seiner Leidenschaft dem
Tauchen nach und bastelte einfach weiter an seinemn Projekt AVATAR,
das er seit Mitte der 90er verfolgt. Schon damals wurde ihm schnell
klar, dass die Technik einfach noch nicht so weit ist um das, was in
seinem Hirn vor sich ging, auf die Leinwand zu zaubern. Nach TITANIC
stand er eh vor dem Problem, dass auch Peter Jackson nach der THE LORD
OF THE RINGS Trilogy hatte: fetter gehts einfach nicht. Doch kommt Zeit,
kommt Rat und kommt Technik. Peter Jacksons Gollum war es schließlich,
der 2002 Cameron überzeugte, dass die Technik nun langsam mit seinen
Visionen Schritt halten kann. Die AVATAR Arbeiten begannen also und
was es noch nicht gab, hat sich Cameron einfach erfinden lassen. Von
der für AVATAR entwickelten Kamera- und Computertechnologie werden
noch viele Filmemacher profitieren.
Cameron selbst sagte mal, dass er keine Filme sondern Spektakel drehe.
Und die kosten eben Geld. Bis TITANIC wurden seine Filme nicht nur stetig
teurer sondern auch immer länger. AVATAR ist zwar nun etwas kürzer
als TITANIC, allerdings hat es Cameron damit wieder mal geschafft, den
teuersten Film aller Zeiten zu drehen. Das dritte Mal, nach TITANIC
und damals TERMINATOR 2. Man munkelt, dass AVATAR mit Werbekosten und
allem drum und dran nah an die 500 Millionen US$ kam. Kein Wunder, dass
schnell Stimmen im Netz laut wurden, der Filme würde das nie und
nimmer einspielen. Auch beim Studio machte man sich in die Hosen und
ärgerte sich wohl, dass man wieder diesem Verrückten vertraut
hatte, der damals schon fast alle mit TITANIC ruiniert hätte. Aber
eben nur fast. Am Ende haben es wieder alle gewusst und Cameron machte
sie reich.
Und so läuft es nun auch mit AVATAR. Ruckzuck durchbrach der Filme
sämtliche Einspielschallmauern in den USA, wie die 100 Millionen
Grenze (nach fünf Tagen), 200 Millionen (nach zehn), 300 Millionen
(nach 15), 400 (nach 23) und ist inzwischen weltweit bei 1,3 Milliarden
US$. Auf dem zweiten Platz hinter TITANIC. Cameron macht's halt irgendwie
richtig.
Aber jetzt mal zum Film. Wer Camerons Filme kennt weiß, dass es
hier zwar immer sehr viel fürs Auge gibt und er auf Technik und
Action steht, aber auch nie die Geschichte vergissen wird. TERMINATOR,
TITANIC, THE ABYSS und ALIENS 2 waren Actionkino, aber eben mit Handlung
und Figuren, die nicht nur Kanonenfutter waren. Meistens. Und so ist
das bei AVATAR auch. Klar überrennt einen erstmal die 3D Technik,
die einen wirklich in diese Welt rein zieht, aus der man am liebsten
gar nicht mehr raus möchte, weil sie mit soviel Details und Liebe
erzählt wird. Aber es gibt eben auch Figuren, für die man
sich interessiert, deren Handlungen und Motivationen man versteht und
daher ganz schnell auf der Seite der Nav'i, dem Volk auf dem Planeten
Pandora, steht und die Menschen schnell los werden will.
Dass die Geschichte von A nach B ziemlich vorhersehbar ist, es eigentlich
keine großen Überraschungen gibt, stört dabei dann irgendwie
auch nicht. Trotz 162 Minuten ist der Film extrem kurzweilig, zieht
sich nicht eine Minute und wenn es dann vorbei ist, will man eigentlich
gleich nochmal rein, weil einen diese Welt so fasziniert. Und das schafft
man nicht nur mit reiner Technik, da muss schon mehr dahinter sein und
genau hier ist Cameron ein Meister seines Fachs.
Klar gabs die Geschichte schon oft zu sehen, DER MIT DEM WOLF TANZT
ist da sehr nah dran, LAST SAMURAI und auch POCAHONTAS von Disney. Aber
ist nicht jede Geschichte schon erzählt worden? Wichtig ist, dass
man es neu erzählt - und das tut Cameron.
Insgesamt
klare 9 von 10 Punkten, weil man wahrscheinlich noch
nie so direkt an einem Film teilnahm und Cameron trotz all seiner technischen
Spielzeuge nicht die Handlung vergisst und immer an den Zuschauer denkt.
Und das sollten mal viel mehr Filmemacher tun, auch wenn sie nicht in
3D drehen. Denn auch hier macht es James Cameron einfach richtig.
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14-11-09
"2012", USA/CAN 2009, 158 Min., Regie: Roland Emmerich
IMDB-Link
- Trailer
Also
entweder hasst Roland Emmerich die Welt oder er steht einfach nur drauf,
wenns richtig Wums macht. Wir glauben eher zweites, denn da hätte
man dann eine Gemeinsamkeit.
Jedenfalls bringt unser Schwabe in Hollywood mit 2012 seinen dritten
Film ins Kino, der vom Untergang der Welt erzählt und dabei eine
wahre Zerstörungsorgie auf die Kinoleinwand bringt. INDEPENDENCE
DAY von 1996 war der Anfang, da kamen die Aliens und ballerten uns weg.
2004 kam THE DAY AFTER TOMORROW, wo wir selbst dran Schuld waren, dass
das Eis in der Arktis schmilzt und alles überschwemmt. Und 2012
ist es nun wieder die Natur, die uns mit gigantischen Erdbeben versucht
auszulöschen.
Interessant an diesen drei Filmen ist, dass sie eigentlich alle drei
die gleiche Geschichte erzählen. Sie funktionieren mehr oder weniger
nach genau dem gleichen Schema, wo man einfach Namen und Herkunft der
Figur X ein wenig variiert. Es gibt immer einen Familienpapa, der seine
Frau und Kinder beschützen will und der Held der Geschichte ist.
In INDEPENDENCE DAY war das Will Smith, in THE DAY AFTER TOMORROW Dennis
Quaid. Es gibt immer einen Wissenschaflter, der das große Unheil
vorher entdeckt, aber nicht richtig ernst genommen wird. Das war bei
1996 Jeff Goldblum, 2004 dann Ian Holm. Und es gibt immer einen Regierungsabgeordneten,
der versucht alles runterzuspielen bzw. den Wissenschaftler nicht richtig
ernst nimmt. Zwischendruch kracht, explodiert und knallt es, dass es
eine Verschwendung wäre, sowas fürs Fernsehen zu machen. Das
gehört auf die Kinoleindwand, keine Frage und deswegen hat Emmerich
auch schon lange Deutschland verlassen, weil man sowas hier zum einen
finanziell nicht zu stemmen ist und man außerdem ja eher belächelt
und lieber richtige "Kunst" machen möchte. Emmerich hat
mit seinen Katastrophenfilmen allerdings über zwei Milliarden Dollar
eingespielt (die Zahl hat 9Nullen hinter der 2) und so gibts in Deutschland
immer einen riesen Medienauflauf, wenn sein neuer Film ins Kino kommt,
denn hier hat er schließlich sein Handwerk gelernt, blablabla.
Aber zum Film. Auch hier haben wir, wie bereits erzählt, einen
Familienvater, dieses Mal gespielt von John Cusack, der mit seinen Kinder
an einem Wochenende im Yosemite Park erste Anzeichen der Katastrophe
bemerkt und einen irren Radioreporter kennenlernt, der das alles schon
lange durchschaut hat. Den Wissenschaflter spielt hier Chiwetel Ejiofor,
der Mann, der auf Grund seines Namens leider keine Karriere machen wird.
Er erfährt von einem befreundeten Indischen Wissenschaftler, was
da im Gange ist und kann den zweifelnden Regierungsbeamten, gespielt
von Oliver Platt, sogar überzeugen, dass die Kacke bald wirklich
am dampfen bzw. wackeln ist. Also baut man in China riesige Archen,
womit ein paar Menschen, Tiere und Kunstwerke gerettet werden sollen.
Keine Sorge, damit wird nicht zu viel verraten.
Ansonsten ist der Film noch mit allerlei sinnlosen Nebenfiguren geschmückt,
die keiner braucht und die weder die Geschichte voran treiben noch auf
eine besonders coole Art sterben. Bis auf Yuri vielleicht, ein russischer
Multimilliardär, der irgendwie doch Eier beweißt. Aber das
wird jetzt nicht verraten.
Die Story ist Nebensache, das weiß Emmerich und das wissen auch
seine Abermillionen Zuschauer auf dieser Welt. Denn darum gehts es auch
gar nicht. Dieser Film bietet Unterhaltung auf eine andere Art, durch
unglaubliche Filmbilder, die auch nicht jeder Regssieur zaubern kann.
Um 158 Minuten zu unterhalten darf aber auch nicht non-stop geerdbebt
werden, das weiß Emmerich, und somit wartet er fast eine Stunde,
bis es richtig los geht. Und da sieht man dann, dass er doch weiß,
wie er sein Publikum langsam in den Bann zieht. Man erfahrt zwar nicht
viel über all die Figuren im Film und somit interessiert man sich
auch nicht großartig für sie. Doch der Trick liegt darin,
dass man einfach nicht genau erahnen kann, wann es jetzt wirklich los
geht. Und wenn es dann passiert wird es groooooß. Die Erbebensequenz
in Los Angeles ist mit Abstand das gigantischste, was man, ja, eigentlich
seit THE DAY AFTER TOMMORROW gesehen hat. Denn da ist Emmerich in seinem
Element, hier ist er zu Hause und hier macht ihm auch keiner was vor.
Zwischendruch gibt es ein paar Dialoge oder Szenen zum stöhnen,
weil sie eher dämlich sind, aber ansonsten funktioniert eigentlich
alles auf seine Art ganz gut.
Der Film ist mit seiner Art einem Porno gar nicht so unähnlich,
denn auch solche Filme sieht man sich nicht wegen der Handlung oder
der Darstellerleistung an, hier gehts eigentlich ums Eingemachte. Wäre
keine Überraschung, wenn 2012 auf DVD dann eine Art Vorspuhl-Film
wird.
Ingesamt klare 7 von 10 Punkten, weil kein Regisseur
auf dieser Welt so ein Katastrophenkino wie Roland Emmerich drauf hat.
Und er es irgendwie immer schafft, seine Zuschauer bei Laune zu halten,
was bei 158 Minuten ohne großartige Handlung wirklich eine beeindruckende
Leistung ist.
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31-08-08
"The Dark Knight", USA 2008, 152 Min.,
Regie: Christopher Nolan
IMDB-Link
- Trailer
Selten
wurde ein Film im Vorfeld so sehr gehypt wie THE DARK KNIGHT. Hätte
es nicht schon für Vorfreude und Internet Hype genug gereicht,
dass Christopher Nolan überhaupt eine Fortsetzung zu seinem viel
gelobten BATMAN BEGINS von 2005 dreht, in dem der Joker nach dem ersten
BATMAN Film von 1989 wieder sein Unwesen treibt? Nein, es musste sich
auch noch Joker Darsteller Heath Ledger im Januar diesen Jahres eine
Überdosis Tabletten gönnen und so ins Jenseits befördern,
was seiner Darstellung und dem Film an sich noch eine Überdosis
morbides verleiht. Die Menschen in den USA jedenfalls strömen seit
dem Start im Juli wie blöde ins Kino um sich Ledgers filmisches
Vermächtnis anzuschauen und bescherten dem Film so in der Rekordzeit
von gerade Mal 45 Tagen ein lokales Einspielergebnis von über 500
Millionen US$ und es sieht ganz so aus, als ob THE DARK KNIGHT nun zum
zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten werden könnte...
Wie auch immer, all das macht natürlich neugierig. Und schürt
die Vorfreude. Gerade bei dieser Vorfreude wurden Erinnerungen an BATMAN
BEGINS wach, der mit guten, finsteren Trailern ebenfalls auf großes
hoffen lies, dann aber einfach an seinen eigenen Erwartungen scheiterte.
Und so ist es bei THE DARK KNIGHT auch.
Der Film ist gut, keine Frage, er weiß zu unterhalten und jedes
Mal, wenn Ledger auftaucht, zieht er einen gnadenlos in seinen Bann
und gibt einen der besten Filmbösewichte aller Zeiten. Seine Gestik,
Mimik, sein Gang und seine Stimme (im Original) machen klar, dass er
sich wirklich voll und ganz in diesen Joker verwandelt hat. Aus diversen
Internetforen war zu hören, dass er sich vier Wochen einsperrte
um an Gang und Stimme der Figur zu arbeiten, was einen ja irgendwann
irre machen muss.
Doch irgendwie ist von allem ein wenig zu viel in diesem Film und das
macht ihn, wie so viele große, aufwendige Filme in den letzten
Jahren, zu lang. Gut zweieinhalb Stunden dauert das Werk und kurz gegen
Ende wär ich fast eingepennt, weil mich all das pompöse und
spektakuläre nach zwei Stunden einfach schon müde gemacht
hatte.
Irgendwie ist die zweite Hälfte des Films, nachdem sich der Politiker
Harvey Dent in den Bösewicht Two Face verwandelt hat und an Batman
wegen was rächen will, dann auch bei weitem nicht mehr so stimmungsvoll
und fesselnd, wie die erste. Und warum Batman so eine nervig krächzende
Stimme haben muss, verstand ich bei BATMAN BEGINS schon nicht.
Das kling jetzt alles negativer, als es eigentlich ist, denn THE DARK
KNIGHT macht trotzdem Spass und lohnt sich auf der großen Leinwand.
Nur ist es nicht der Über-Ultra-Megafilm, als der er jetzt öfter
dargestellt wurde.
Interessant wird es noch Mal bei der kommenden Oscar Verleihung, ob
die Academy Ledger wirklich posthum für einen Oscar nomnieren wird.
Insgesamt trotzdem klar 7 von 10 Punkten, weil Heath
großartig und Bale irgendwie auch ne coole Sau ist und der Film
mehr als viele andere in den letzten Jahren das Prädikat "Kinofilm"
verdient. So etwas gehört auf die große Leinwand.
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26-10-07
"Planet Terror", USA 2007, 105 Min.,
Regie: Robert Rodriguez
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- Trailer
Knapp
zwei Monate nach Tarantinos "Grindhouse" Beitrag kommt mit
"Planet Terror" Rodriguez' Teil in unsere Kinos. Wer nicht
auf Zombie- und Horrorfilme steht, wird sich bestimmt nicht in diesen
Film verirren. Wer das aber tut, wird sehr zufrieden aus dem Kino kommen.
Im Vergleich zu "Death Proof" kann "Planet Terror"
schon vorab drei Trümpfe auffahren, die Tarantino nicht zu bieten
hatte:
1. Zombies
2. Eine (fast richtige) Story
3. Zombies
Fangen wir mit der Story an: Unglaublich, aber wahr, Rodriguez baut
tatsächlich eine Dramaturgie auf. Die ist zwar nicht viel besser
als in den meisten anderen Zombie Filmen, aber, hey: Es ist ein Zombie
Film! Hier geht es als erstes darum, dass man die Regeln des Genres
bedient und zwar irgendwie die Hauptfiguren in Action hält (bis
sie nacheinander alle sterben) und immer wieder schöne Splatter
Momente dazwischen würfelt. Dann sind schon Mal 90% der Hausaufgaben
gemacht worden.
Jetzt ist aber der Herr Rodriguez ein cleverer und hat mit unter anderem
Michael Biehn und Jeff Fahey ein paar Herren der 80er/90er A-, jetzt
aber nur noch C-Movie Stars an Board (wer erinnert sich noch an "Terminator
1" und "Der Rasenmäher-Mann"?), die ihre kantigen
Fressen, wie auch oft bei Tarantino, wunderbar hier unterbringen können.
Außerdem streut er ein paar gute, eklige und coole Gags (Maschinengewehr
als Bein - Hallo?!?! *verbeug*) und Sprüche ein und schafft es
doch tatsächlich 105 Minuten lang irgendwie den Spannungsbogen
aufrecht zu erhalten. Da kann sich so manch Zombiefilm ein Stück
von abbeißen.
Dass keine Langeweile aufkommt liegt mit Sicherheit auch an dem hohen
Bodycount und weil Rodriguez einfach weiß, wann wieder getötet
werden muss. Was ihn aber noch von anderen aktuellen Zombiefilmen unterscheidet
ist, ganz klar, der Blutgehalt. Selten hat man soviel Blut spritzen
sehen, wenn in Köpfe geschossen, Hälse gebissen oder Leute
überfahren wurden. Da werden Erinnerungen an BRAINDEAD wach, wo
das ganze auch so ausuferte, dass es einfach nur noch zum Schreien komisch
war.
Außerdem ganz gross: die Damen! Ja, alle sehen verdammt gut aus,
auch verschwitzt, angesägt und blutbesudelt, vorallem Rose McGowan
mit ihrem Maschinengewehr-Bein und Marley Shelton als völlig danebene
Arzt-Gattin. Beide natürlich immer nur mit dem nötigsten bekleidet.
Insgesamt klare 7 von 10 Punkten, weil der Film so
einen Spass macht und für die Laufzeit wunderbar zu unterhalten
weiß. Außerdem haben Zombiefilme immer einen kleinen Bonus
verdient...
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30-09-07
"1408",
USA 2007, 94 Min., Regie: Mikael Håfström
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- Trailer
Irgendwie
war es schön, "Zimmer 1408" zu sehen. Nicht, weil es
ein romantischer oder so zu Herz gehender Film ist, neee, ganz im Gegenteil:
"Zimmer 1408" ist ein Old-School Horrorfilm, der nicht besonders
blutig ist und damit eigentlich ziemlich gegen den aktuellen Horrortrend
fährt, wo es ja heißt, je mehr Folter und Gewalt, desto besser.
Ich gebe zu, ich steh auch da drauf, aber "Zimmer 1408" erinnert
eben, wie unterhaltsam es auch sein kann, wenn man sich nur auf Grund
der unheimlichen Atmosphäre in den Sessel kauert.
Michael Enslin ist Autor von Büchern, wo es um Gebäude, Zimmer
oder Plätze geht, wo Geister gesehen wurden oder irgendwann Mal
schreckliche Dinge passierten, seit dem es heißt, dass der Ort
nun verflucht sei. Enslin verbringt dort immer eine Nacht und wartet,
bis etwas passiert. Was aber nie der Fall ist. Schließlich wird
er auf das Dolphin Hotel in New York und das darin gelegene Zimmer 1408
aufmerksam gemacht, wo 56 Morde und Selbstmorde stattgefunden haben
sollen. Grund genug für Enslin sich das Mal genauer anzuschauen...
Stück für Stück wird hier die Spannungsschraube weiter
angezogen, sobald Enslin erst Mal im Zimmer 1408 ist. Und das funktioniert
erstaunlich lange! Ohne hier zu viel verraten zu wollen, verliert sich
Enslin immer mehr in der Geschichte des Zimmers, was wirklich für
einige WAHHHH-Momente sorgt. Und das ohne Blutfontänen.
Großes Plus des Films ist John Cusack als Michael Enslin, der
es schafft den Film fast komplett alleine zu tragen, spielt er doch
zu 75% in einem Raum mit auch fast nur ihm darin.
Im letzten Drittel kann der Film leider die anfängliche Spannungskurve
nicht mehr ganz halten und auch das Ende ist so lala, aber das stört
das Gesamtbild nicht besonders. "Zimmer 1408" erinnert in
den besten Momenten an große Klassiker wie etwa "The Shining",
was vielleicht daran liegt, dass beide auf Vorlagen von Stephen King
basieren. Und auch in den schwächeren wirkt der Film immer noch
unterhaltend und erfrischend, so dass dieses 94 Minuten einfach nur
schön gruseln.
Insgesamt 7 von 10 Punkten für eine gelungene
Atmosphäre, einen tollen John Cusack und die Erinnerung an den
guten alten old-school Horror.
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30-09-07
"Death Proof", USA 2007, 114 Min., Regie:
Quentin Tarantino
IMDB-Link
- Trailer
"Death
Proof" ist eigentlich kein Film. Das geht damit los, das "Death
Proof" als einer von Zwei-in-einem-Film geplant war, nämlich
zusammen mit Robert Rodriguez' "Planet Terror" im sogenannten
GRINDHOUSE Double Feature. Jetzt ist dieses 3 Stunden Projekt in den
USA aber ziemlich gefloppt, so dass die Produzenten international beide
Film um ca. 20 Minuten verlängert getrennt ins Kino bringen. Und
damit natürlich beide aus dem ursprünglich geplanten Gesamtkonzept
reißen, was eine Homage und ein Tribut an die damaligen "Bahnhofskinos"
in den USA war, die B- und C-Movies in Doppelvorstellungen zeigten.
Aber hätte das Double Feature "Death Proof" zu einem
Film gemacht? Nein, bestimmt auch nicht.
Das geht damit los, dass jegliche Dramaturgie fehlt. Es gibt einen Stuntman,
lässig gespielt von Kurt Russel, der gerne junge, hübsche,
leicht bekleidete Frauen, die viel zu viel reden, mit seinem death proofen
Auto, womit man alles und jeden über den Haufen fahren kann, weils
ja ein Stuntman Auto ist, um die Ecke bringt. Davor sieht man die zwei
Gruppen von Damen, um die es im Film geht, endlose Machodialoge führen,
bis dann ein paar schöne Splattereinlagen folgen und alle sterben.
Zumindest die erste Gruppe. Bei der zweiten dreht sich der Spies um
und plötzlich ist Kurt Russel derjenige, der gejagt wird. Wow!
Hab ich jetzt was verraten? Nein, keine Angst. Obwohl das auch das einzige
wäre, was es zu verraten gäbe.
Und ansonsten passiert einfach nix in diesem Film! Die Mädels plappern
vor sich hin, was ein paar ganz nette Momente ergibt, Kurt Russel geistert
immer in deren Nähe rum und plappert auch ein wenig, was ebenfalls
zu ein paar netten Momenten führt, aber viel zu schnell fragt man
sich: Ist das alles? Und ja, es ist alles.
Klar gibts den erstklassigen Tarantino Soundtrack, da bleibt sich der
Meister treu, aber ansonsten fehlt hier alles, was die großen
Tarantino Filme "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction"
und "Jackie Brown" ausgemacht hat (KILL BILL jetzt Mal bewusst
aussen vor gelasssen, denn der war auch schon nicht mehr so toll).
Bleibt zu hoffen, dass Rodriguez' PLANET TERROR, der diese Woche startet,
da mehr punkten wird...
Insgesamt 4 von 10 Punkten, für einen Film, wo
so ein komisches, unbefriedigtes Gefühl nach dem Ende auftaucht
und man gar nicht dran denken möchte, dass ein Tarantino sowas
lahmes gemacht hat. Und ohne den Sountrack wäre es noch ein Punkt
weniger gewesen.
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27-06-07
"Hot
Fuzz ", UK/FR 2007, 121 Min., Regie: Edgar Wright
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- Trailer
Ich liebe sogenannte
"Film-Teams", also Typen, die immer wieder zusammen arbeiten.
Kevin Smith ist so einer, der hat immer die gleichen Leute und Darsteller
um sich und meistens kommen da gute Sachen raus. Peter Thorwarth, Regisseur
von BANG BOOM BANG, ist auch so einer. Und Edgar Wright sowie seine
Darsteller Simon Pegg und Nick Frost ab jetzt auch.
Die haben angefangen mit einer Britischen Fernsehserie nachmens "Spaced",
die bei uns eigentlich nie lief, dafür sind ein paar Folgen bei
Youtube online. Richtig groß wurden sie dann vor knapp drei Jahren,
als sie mit SHAUN OF THE DEAD einen wahnsinnig lustigen Vertreter in
die Comeback Zeit der Zombiefilme schickten und sich damit vor den großen
Filmen von George A. Romero verbeugten. Wahnsinng lustig zwar, aber
trotzdem auch, und da liegt die eigentliche Kunst, ernstzunehmend und
mit Zombie Athmosspähre, sprich, Spannung.
Dieses Mal gings an das Genre der Buddy-Movies und Polizeiactionfilme
und auch da gelingt dieses Kunststück: HOT FUZZ nimmt all diese
Filme liebevoll aufs Korn, verehrt und zitiert sie aber auch.
Der Cop Nicholas Angel (Simon Pegg) wird aus London in ein kleines Nest
zwangsversetzt und es dauert nicht lange, bis er dort mit seinem neuen
Partner (Nick Frost) auf eine Reihe merkwürdiger "Unfälle"
stößt. Weiter geht das 0815-Schema, als ihnen erst keiner
glaubt und sie ganz alleine ermittelnt müssen.
Bis dahin läuft der Film ganz unterhaltend vor sich hin, es gibt
einige gute Lacher, doch das letzte bißchen Pepp fehlt und als
Fan dieser Truppe und SHAUN OF THE DAED hatte man schon etwas Angst,
dass man leicht unbefriedigt aus dem Saal entlassen wird.
Doch dann macht es plötzlich CLICK und der Film wird ein sowas
von gewürzter Actionkracher, dass es eine wahre Freude ist! Da
wird mit zwei Waffen in Zeitlupe durch die Luft fliegend geballert,
es gibt Straßen Schießereien, Explosionen, Faustkämpfe,
Action im Supermarkt undundund. Doch das beste: es passt zum Film! Es
wirkt nicht plötzlich aufgesetzt oder völlig überzogen,
sondern es funktioniert. Naja, vielleicht ein bißchen überzogen,
aber da kommt man wohl auch nicht dran vorbei, wenn man all diesen großen
Actionfilmen seine Ehre erweisen will.
Schön auch zu sehen, dass es auch hier diverse schöne Splatter-Momente
gibt, die wunderbar in einen Zombiefilm gepasst hätten.
Insgesamt 8 von 10 Punkten, weil der Film auch so,
bis zu diesem Knackpunkt gute Unterhaltung bietet, dann aber sowas von
aufdreht, dass sich wohl auch ein zweite Mal anschauen lohnt. Und ich
bin mir sicher, dass auch die nächste Zusammenarbeit dieser Herren
eine gute Mischung wird.
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27-06-07
"Pirates of the Caribbean: At World's End",
USA 2007, 168 Min., Regie: Gore Verbinski
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- Trailer
Ganz
ehrlich, wenn mich jemand fragt, worum ging es in "Fluch der Karibik
3" denn eigentlich, ich wüsste nicht, was ich sagen soll.
Die Gewerkschafft der Piraten muss sich irgendwie zusammen schließen
um zu verhindern, dass ein böser Piratendämon befreit wird,
was aber dann doch nicht so schlecht ist, weil dieser die beste Hilfe
gegen Captain Davy Jones (der Typ mit den Tentakeln im Gesicht) wäre
aber der hat sich mit dem, ich sag jetzt Mal, Anführer der Menschen,
also der Soldaten, sprich, der Navy, zusammen getan oder musste es weil
der sein Herz hat und den Vater von Orlando Bloom gibts da ja auch noch,
den der wiederum natürlich retten will bzw. muss und Keira Knightley
sieht immer noch aus wie ein 12jähriger Junge....ähhh....puhh!
Alles echt nicht einfach. Aber irgendwie mus man 168 Minuten ja auch
füllen. Ne Stunde weniger hätte wohl auch nicht für mehr
Verwirrung gesorgt.
Jack Sparrow muss natürlich auch noch mitspielen, sonst ist's ja
kein Fluch der Karbik, aber da lässt sich der Film erst Mal 30
Minuten Zeit. Jack jedenfalls brauchen die Verdi-Piraten um ihren Bund
wieder vollständig zu machen, denn, ganz klar, der gehört
zum Vorstand. Und den müssen sie erst Mal aus irgendeiner Zwischenwelt
retten, wo man nicht tot und auch nicht am Leben ist. Da hat der Film
auch seine beste Szene, wo schön der Wahnsinn von Jack in dieser
Dimension dargestellt wird. Aber sonst gibt's jetzt eigentlich nichts,
was mir groß in Erinnerung geblieben wäre. Das große
Finale in diesem riesigen Strudel, und ich nehme hiermit wirklich nichts
spannendes vorweg, ist auch nicht besonders und auch sonst fehlt halt
irgendwie alles, was den ersten Teil so besonders und unterhaltend und
den zweiten Teil auch noch okay machte. Diese großen Szenen, wie
etwa die Krake aus dem Zweiten oder wie die Geisterpiraten aus dem ersten
unter Wasser laufen, solche Sachen, wo man einfach denkt, jaaaawohl!
Das ist großes Kino! Klar wird hier auch geprotzt, aber es juckt
keinen und hat den Film sofort wieder vergessen, wenns vorbei ist. Naja,
eigentlich nicht Mal vergessen, denn da war nie was, was man hätte
vergessen können...und so endet eine Trilogie, die so toll angefangen
hat. Wärs doch bei einem Film geblieben...
Insgesamt 4 von 10 Punkten, weil ein großer Start
einer Trilogie mit einem so schwachen und uninteressanten Finale endet.
Und Filme mit Pause mittendrinnen gehen auch gar nicht!
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03-06-07
"The Hitchhiker's Guide to the Galaxy",
USA/UK 2005, 109 Min., Regie: Garth Jennings
IMDB-Link
- Trailer
Jetzt gibt's noch einen
tollen Film, über den ich letztens wieder gestolpert bin und den
man sich unbedingt Mal anschauen sollte, als DVD-Tipp: "The
Hitchhiker's Guide to the Galaxy"
Ich muss gleich erwähnen, dass ich leider das Buch nicht gelesen
habe, daher wohl nicht so voreingenommen vor zwei Jahren in diesen Film
ging und er mich wohl genau deswegen auch so weggeblasen hat. Wow! Das
war unterhaltendes Kino, wie es es nicht oft gibt!
Für den Briten Arthur Dent beginnt sein Leben quasi neu, als die
Erde gesprengt werden soll, da sie für einen Intergalakitschen
Freeway Platz machen muss. Sein Kumpel Ford, der eigentlich gar nicht
von der Erde ist, rettet ihn gerade noch begibt sich mit ihm nun auf
einen hitchhike im Weltall. Und der Film erzählt dann wohl in etwa
die Geschichte des ersten Teils von Douglas Adams Hitchhiker's Reihe.
Allein der Anfang des Films ist schon spektakulär, schleudert es
uns doch im wahrsten Sinne von einem Britischen Nest in die Weiten des
Universums. Und solche Momente gibt es immer wieder, wie man plötzlich
das kleine Raumschiff oder so verlässt und BANG - draußen
in den unendlichen Weiten ist.
Mit Sam Rockwell als Zaphod Beeblebrox
hat der Film außerdem einen der wohl lustigsten Charaktere, die
man seit langem gesehen hat. Ich sag nur "Alright!"! Und die
Vielzahl weiterer lustiger Figuren von verschiedensten Planeten und
tollen Ideen, wie etwa dem Übersetzter Fisch, der sich von Schallwellen
ernährt und diese so filtert, dass man jede Sprache im Universum
versteht, machen diesen Film zu einem eins A Filmerlebnis, was an Unterhaltung
eigentlich keine Wünsche offen lässt.
Klar ist natürlich, dass das Meiste davon wird wohl bereits in
Douglas Adams Buchvorlage gewesen ist, die ich mir jetzt unbedingt Mal
vornehemen muss.
Ingesamt 9 von 10 Punkten, für viel Fantasie,
eine visuelle hervorragende Umsetzung und einen Zaphod, der zum schreien
ist. Bitte verfilmt auch noch die anderen Teile!!!
Kurzer Nachtrag: Letztens sprach ich mit jemandem, der das Buch kennt
über den Film und der fand ihn das allerletzte. Daher gleich notiert:
Buch besorgen!
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03-06-07
"Spider-Man 3", USA 2007, 140 Min.,
Regie: Sam Raimi
IMDB-Link
- Trailer
SPIDER-MAN, einer der
Helden meiner Kindheit. Mann, war ich aufgeregt, als der erste Teil
ins Kino kam. War dann zwar etwas ernüchternd, was man so auf der
Leinwand sah, aber trotzdem ganz okay. Aber fand ich den zweiten dann
langweilig! Schlimm! So langweilig, dass mir der dritte Teil eigentlich
ziemlich wurscht war. Als Fan von aufwendigem und effektbepacktem Kino
hats mich dann aber doch noch letztens in den Saal gezogen, weil ich
mir dachte, dass der Film auf DVD bestimmt nicht gut wirkt.
Und siehe da, es geht eigentlich alles ganz gut los. Es gibt einen Haufen
Bösewichte inklusive Venom, der Außerirdischen Masse, die
von negativer Energie angezogen wird und diese dann verstärkt,
es wird viel durch New York geflogen und wir sehen jede Menge Kämpfe
in der Luft, wo ich mich manchmal fragte, wo denn jetzt mein Controller
ist, weil das alles so an ein Computerspiel erinnerte. Aber okay, besser
als der zweite war der Film für mich schon alle Mal.
Doch nach und nach stellte sich dann raus, dass es eigentlich hauptsächlich
um Peter Parker und seine Beziehung zu seiner Freundin Mary Jane geht.
Gut, dass gehört ganz klar zu Spider-Man dazu, keine Frage, aber
ist es das, was mir aus meiner Kindheit in Erinnerung geblieben ist,
wenn ich an Spidy zurück denke? Nein! Ich kenn ihn in der Luft,
in seinem Kostüm und kämpfend! Naja, muss man drüber
hinwegsehen. Doch leider macht der Film noch einen Fehler, denn er meint,
jeder Figur eine eigentlich positive Motivation geben zu müssen.
So ist der Sandman zwar ein entflohener Ex-Knacki, der aber eigentlich
nur Geld für die teure Operation seiner Tochter sammeln will, damit
die nicht stirbt. Oh Mann...so ein geiler Bösewicht, der dann sowas
noch aufgeladen bekommt. Und natürlich war der eigentlich auch
noch der Mörder von Peter Parkers Onkel, damals, im ersten Teil.
Hätte das alles nicht auch wunderbar funktioniert ohne dieses Tochter-Ding?
Na klar! Außerdem hätte sich der Film dadurch dann eine schrecklich
schmalzige Szene am Ende erspart, wo Peter Sandman schließlich
verzeiht um damit noch Mal die Message des Films zu unterstreichen:
man hat immer eine Wahl. *schluchz*
Großartig jedoch Tobey Maguire, wie er sich als böser Spider-Man
und Peter Parker verhält. Das gab dem normalerweise eher spiesigen
und langweiligen Peter endlich Mal ein wenig Pfeffer und da
darf er nun Mal die Sau rauslassen.
Ingesamt gibt's 5
von 10 Punkten, weil die Bösewichter alle top sind, aber
der Film klar zu lang ist, um gute 20 Minuten. Und teilweise nimmt er
sich so ernst, dass diese 20 Minuten noch viel länger wirken.
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03-06-07
"Shooter", USA 2007, 124 Min., Regie:
Antoine Fuqua
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Mark
Wahlberg ist schon ein cooler Hund, keine Frage. Und ich finde, der
sieht so nett aus. Schauspielerisch erst Mals in JIM CARROLL mit Leonardo
DiCaprio aufgefallen, hat er doch bereits da einen ganz guten Eindruck
hinter lassen. Seine Musik Karriere lassen wir hier jetzt Mal außen
vor.
Danach folgten immer schön abwechselnd große Filme, wie BOOGIE
NIGHTS, THREE KINGS oder I HEART HUCKABEES, und miese, wie THE BIG HIT
oder PLANET OF THE APES. DEPARTED, seinen letzten, fand ich ja gut und
jetzt kommt mit SHOOTER wieder ein Vertreter der eher schwachen Wahlberg
Filme.
Marky Mark hier dieses Mal als Ex-Militär-Scharfschütze, der
von der Regierung aufgesucht wird um mitzuhelfen ein Attentat auf den
Präsidenten zu verhindern. Klar, dass er da dann nach etwas zögern
dabei ist und auch klar, dass da nicht alles so läuft, wie gedacht.
Denn eigentlich wollten fiese Hintermänner ihn nur dabei haben
um ihn dann als Killer hinzustellen. Dass kann ein Ex-Rapper und Unterwäschemodel
so natürlich nicht auf sich sitzen lassen, als wird brav gerächt,
bis alle Bösen tot sind, viel in die Luft gejagt und am Ende schließlich
fast alles wieder beim alten ist.
Ordentlich inszeniert ist das ganze natürlich, Regisseur Antoine
Fuqua hat mit TRAINING DAY, der richtig gut war, und KING ARTHUR, der
richtig langweilig war, ja bereits gezeigt, dass er das kann. Also inszenieren.
Ne gute Story hatte er seit TRAINING DAY leider nicht mehr mit an Board,
da kann auch Wahlberg als cooler Ex-Killer nicht mehr viel retten. Obwohl
es schon interessant ist, wie er ziemlich Steven Segal like mit ca.
3 Gesichtsausdrücken den Film meistert, was immerhin 2 Gesichtsaudrücke
mehr als Segal sind.
Insgesamt
4 von 10 Punkten, weil die Action zwar schon stimmt
und Wahlberg einfach ein netter Kerl ist, aber leider nix in dem Film
ist, was einen irgendwie fesselt oder auch nur einen Tick Lust macht,
der "Story" (?) zu folgen.
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12-03-07
"Smokin'
Aces ", USA 2006, 109 Min., Regie: Joe Carnahan
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Mann,
Mann, Mann, das klang ja alles so gut: jede Menge Gangster und Auftragskiller,
Casinos, Schießereien, koksende Mafiosi und das FBI. Das alles
gemixt mit Zutaten wie schnellen Schnitten, Zeitlupen, Blutspritzern
und interessanten Kameraeinstellungen und fertig ist ein neuer „Snatch“
oder „Bube, Dame, König, Gras“. Hätte eine Guy
Ritchie inszeniert. Obwohl, der ist in letzter Zeit auch irgendwie nicht
in Form….jedenfalls stimmt bei „Smokin’ Aces“
gar nix.
Das
geht los mit dem Anfang, wo einfach Mal ein wilder Haufen Charaktere
ins Filmbecken geschmissen werden, die alle voll cool und total abgedreht
sein sollen, man aber selber erst Mal nicht mitkommt und sich fragt,
was die jetzt genau wollen und wer die jetzt genau sind. Irgendwann
wird dann klar, dass alle den Las Vegas Entertainer Buddy „Aces“
Israel jagen, auf den die Mafia ein Kopfgeld ausgesetzt hat, weil er
vor dem FBI aussagen will.
Und
so geht das dann halt los. Nach und nach trudeln alle bei dem Hotel
ein, wo sich Buddy aufhält, die Killer nähern sich langsam
auf ihre Art ihrem Opfer, das FBI kommt natürlich erst etwas später,
das ganze endet in einem Showdown mit wilder Schießerei und am
Ende ist dann doch nicht alles so, wie es scheint. Außer dem ständigen
Gähnen und Kopfschütteln. Denn irgendwie, schlimmstes Filmverbrechen,
langweilt das alles und man gähnt so vor sich hin. Denn kaum eine
der 100 Figuren etwa bringt die Geschichte irgendwie groß voran.
Klar ist das alles ganz nett inszeniert und der Sound stimmt auch, aber
das reicht halt nicht, so lange die Geschichte nicht interessant ist.
Und diese hier ist es so überhaupt nicht.
Interessant ist einzig, dass der Film die ganze Zeit auf ultra lässig
und hip macht, am Ende aber dann alles ganz schrecklich ernst wird,
ohne irgendein Zeichen von Humor oder Selbstironie, was zum anfänglichen
Konzept einfach so gar nicht passt. Gut, auch am Anfang war das nicht
cool, aber am Ende beißt es sich besonders auffällig.
Einziger
kleiner Lichtblick: Jeremy Piven als total Zugekoster Buddy Israel,
der ganz gut zu unterhalten weiß.
Insgesamt
2 von 10 Punkten, weil die Enttäuschung nach den
Vorraussetzungen echt groß war und der Film sich im Kino überhaupt
nicht und auch auf DVD wohl kaum lohn. Und ohne Jeremy Piven wärs
wahrscheinlich nur ein Punkt gewesen.
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12-03-07
"El
Laberinto del Fauno", MEX/SPA/USA 2006, 112 Min., Regie: Guillermo
del Toro
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Der
große Favorit also um den Oscar als bester Ausländischer
Film. Klar, dass der angeschaut werden muss, gerade, wenn er von Guillermo
Del Torro, dem Regisseur von „Hellboy“ und „Blade
2“ kommt. Da war offensichtlich, dass es nicht unbedingt zimperlich
zur Sache gehen wird und auch auf jeden Fall ein paar interessante Kreaturen
und Insekten auftauchen, ein Markenzeichen von Del Torro.
„Pan’s
Labyrinth“ ist die Geschichte der kleinen Ofelia, die in Zeiten
des Spanischen Bürgerkriegs 1944 mit ihrer Mutter zu deren neuem
Ehemann, einem diktatorischen, faschistischen und brutalen General zieht,
der ihre Mama geschwängert hat. Eines Nachts wird sie von einer
Fee besucht, die sie zu einem Pan führt, ein Fabelwesen, dass Ofelia
für die verloren gegangene Prinzessin des Reiches hält, wo
er herkommt. Damit sie beweisen kann, wirklich die Prinzessin zu sein,
stellt er ihr drei Prüfungen. Diese versucht Ofelia nun nacheinander
zu bestehen, während ihre Mutter unter der Schwangerschaft leidet
und der General versucht, die letzten Truppen der Rebellen zu zerschlagen.
Groß
war angekündigt worden, dass der Film eine kritische Auseinandersetzung
mit eben dem Spanischen Bürgerkrieg sein sollte, eingebettet in
eine phantastische Geschichte eines kleinen Mädchens und somit
sollte das ein Märchen für Erwachsene ergeben. Oder so ähnlich.
Denn ich habe den ganzen Film über genau nach dieser Verbindung
zwischen der Märchengeschichte von Ofelia und der blutigen Geschichte
der Rebellen und des Generals gesucht, die nebenbei stattfindet. Ist
mir vielleicht gerade deswegen irgendwas anderes wichtiges nicht aufgefallen?
Gut möglich, jedoch war mir am Ende nicht klar, wo da jetzt der
gemeinsame Nenner sein soll. Denn beides passiert eigentlich größtenteils
nebenbei, ohne dass es sich groß beeinflusst.
Klar
kommt der Fantasy Fan gut auf seine Kosten, es gibt die anfangs angekündigten
Kreaturen und auch einige brutale Szenen mit dem General, aber da mir
das große Ganze dieses Films leider verborgen blieb, ging ich
mit leichtem, verständnislosen Kopfschütteln aus dem Saal.
Insgesamt
aber 6 von 10 Punkten, da der Film toll aussieht, einige
spannende Momente bietet und Del Torro weiterhin ein sehr kreativer
Regisseur ist.
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12-03-07
"Stranger than Fiction", USA 2006, 113 Min., Regie: Marc Forster
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Will
Ferrell ist ein Comedy-Phanomän in den USA. Fast egal, was der
Mann da in den letzten paar Jahren gemacht hat, es war ein Mega-Erfolg.
Doch langsam versucht der Saturday Night Live Mann den Jim Carrey ähnlichen
Wechsel zu ernsteren Themen. Letztes Jahr sah man ihn in einem kleinen
Independent Film namens „Winter Passing“ und nun folgt der
ebenfalls deutlich mehr künstlerische als klamaukige „Schräger
als Fiktion“. Ferrell muss bei diesen kleineren Filmen zwar auf
seine inzwischen bei 15 bis 20 Millionen Dollar stehende Gage verzichten,
allerdings gibt es ihm die Möglichkeit genau so die trotteligen
Typen mal zu vernachlässigen, die er von „Anchorman“
bis letztens zu „Talladega Nights“ spielte und die ihn reich
machten. Und mich, nebenbei angemerkt, zu einem großen Fan, da
ich bei eben diesen trotteligen Ferrell-Filmen mich regelmäßig
beömmeln vor lachen….
In
„Schräger als Fiktion“ spielt er den Steuerbeamten
Harold Crick, der sein Leben jeden Tag nach genau dem gleichen Ablauf
lebt. Sprich, punkt 6:35 wird aufgestanden, dann mit exakt 32 Kreisbewegungen
die Zähne geputzt, gefrühstückt, er braucht genau 127
Schritte zur Bushaltestelle, macht eine 3 Minuten Kaffe- und eine 60
Minuten Mittagspause und so weiter, bis es jeden Abend um 23.30 Uhr
wieder ins Bett geht. Das alles wird uns von einer weiblichen Erzählerstimme
erzählt, die Harold plötzlich zu hören beginnt. Es geht
los beim Zähne putzen, dann auch in der Arbeit und Harold fragt
sich ziemlich schnell, ob er verrückt ist, weil sonst niemand außer
ihm, natürlich, diese Stimme auch nur wahrnimmt. Schnell ist Harold
der Meinung, dass er die Hauptfigur in einem Buch sein muss, da sich
genau so die Stimme anhört. Er sucht Hilfe bei einem Literaturprofessor,
gespielt von Dustin Hoffmann, und zusammen wollen sie heraus finden,
was für eine Art Roman es ist, in dem Harold sich befindet. Doch
die Zeit eilt, denn Harold hat heraus gehört, dass seine Erzählerin
ihn sterben lassen will….
Das
klingt jetzt eigentlich nach einem idealen Film für Leute wie Spike
Jonze, Michel Gondry und Charlie Kaufmann, die mit „Being John
Malkovich“ und „Eternal Sunshine of a Spottless Mind („Vergiss
mein nicht“ mit Jim Carrey“) eben solche sich abgefahren
anhörende und dann umwerfende Filme bereits gemacht haben, wo es
um die eigene Psyche, Identität und Erinnerung geht. Und hätte
ein Michel Gondry diesen Film hier gemacht, wäre er bestimmt etwas
schräger geworden, was dem Film auch tut getan hätte. Aber
trotzdem unterhält auch „Schräger als Fiktion“.
Ferrell ist gut als spießiger Steuerbeamter, auch wenn hin und
wieder der leicht trottelige Blick seiner anderen Figuren, allen voran
der großartige Anchorman Ron Burgundy, an den er gelegentlich
mal auch hier erinnert, durchblitzen. Die obligatorische Liebesgeschichte,
die auch nicht fehlen darf, macht dank der süßen Maggie Gylenhall,
die Ferrel im Laufe der Geschichte kennen lernen wird, ebenfalls Spass
und Dustin Hoffmann ist eh eine Bank, auf die man sich verlassen kann.
Außerdem
spielt der Film bei manchen Szenen mit dem Erzähler/Erzählter-Verhältnis.
Sprich, Ferrell beginnt auf seine Stimme zu hören, wenn sie nicht
mehr nur beschreibt, was er gerade tut. Daraus ergeben sich ein paar
nette Gags, insgesamt wäre aber wohl genau dieser Ansatz etwas
gewesen, was aus dem Film noch mehr hätte machen können.
Insgesamt
aber klare 7 von 10 Punkten für einen guten und
glaubwürdigen Ferrell und eine interessante und lieb erzählte
Geschichte, die aber ganz klar nicht an Meisterwerke von Gondry und
Jonze heranreichen kann.
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13-02-07
"Rocky Balboa", USA 2006, 102 Min.,
Regie: Sylvester Stallone
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- Trailer
Es war ja gar nur schwer
möglich an Stallones letztem Kapitel seiner Rocky Saga vorbeizukommen,
hatten sich doch die meisten Medien schnell auf den Film eingeschossen.
Anfangs, als bekannt wurde, dass der 6. Rocky Film in Produktion gehe,
wurde Stallone nur müde belächelt und bemitleided. Sein letztes
und ältestes Pferd im Stall würde er jetzt, am erfolglosen
Ende seiner Karriere, wieder ausgraben und gnadenlos ausschlachten um
irgendwie wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen. Denn auch
RAMBO 4 sei ja nun in Produktion. Doch genau so schnell kamen dann auch
die ersten positiven Kritiken ans Tageslicht, als der Film im Dezember
in den USA startete und die bösen Kritiker Zungen verstummten.
Das schöne an ROCKY BALBOA: es geht eigentlich gar nicht mehr um
den Boxkampf. Klar, ohne den wäre kein Rocky Film ein Rocky Film,
aber trotzdem ist er am Ende, als es dann dazu kommt, nur noch Nebensache.
Rocky braucht zwar diesen Kampf für sich selbst, aber der Film
erzählt eigentlich die Geschichte eines alten Mannes und wie er
so vor sich hinlebt, alten Zeiten nachtrauert und irgendwie versucht
zu Recht zu kommen.
Alt werden ist Scheiße und als ehemaliger Sportler besonders.
Das ist wohl eine der Kernaussagen so eines Films. Ist das neu? Nein.
Braucht es zu diesem Thema noch einen Film? Auch nicht unbedingt. Wenn
allerdings eine Figur wie Rocky, den jeder kennt und der immer für
eine dynamische und Jugendverbundene Sportart wie das Boxen stand, plötzlich
in das Zentrum so einer Geschichte tritt, dann wird das ganze gleich
interessanter, ist doch die Figur Rocky immer unvermeidbar verbunden
mit seinem Erschaffer Sylvester Stallone. Auch der ist, natürlich,
alt geworden, 60 im letzten Jahr, und auch dessen Karriere ist seit
mindestens 10 Jahren irgendwie hängen geblieben. Also erzählt
Rocky Balboa auch Slys Geschichte. Und, mal unter uns, die Rocky Saga
mit dem echt schwachen Teil 5 zu Ende gehen zu lassen, das wäre
auch einfach nichts gewesen.
Also wird erst Mal beobachtet. Stallone lässt uns an seinem/Rockys
Leben eine Weile Teil haben, bis es dann langsam in Richtung Training
und dann Ring geht. Rocky steht alleine auf, Adrian („Adriaaaaaaaaan!!!“)
ist inzwischen verstorben und er erzählt die immer gleichen Geschichten
in seinem Restaurant, wo die Wände mit Bildern, Trophäen und
anderen Erinnerungen an alte Zeiten geschmückt sind. Rocky kauft
für seinen Laden ein, versucht irgendwie den Kontakt zu seinem
Sohn nicht abbrechen zu lassen, auch wenn der es ihm nicht gerade leicht
macht, weil er versucht, von diesem „Sohn vom Champ“ Image
wegzukommen. Auch Paulie geht inzwischen einem richtigen Job nach, doch
so richtig glücklich in seinem Leben scheint auch er nicht zu sein.
Durch einen Computerfight, wo der junge Rocky gegen den amtierenden
Champion gewinnt, wird die Boxwelt wieder auf ihn aufmerksam und es
dauert nicht lange, bis der Computer Kampf real wird, allerdings mit
dem 60jährigen Rocky…
Doch, wie gesagt, das ist alles gar nicht so wichtig. Hier geht es um
einen gealterten Helden, dem das einzige, was er in seinem Leben richtig
konnte, auf Grund seines Alters genommen wurde. Wie leicht wäre
es wohl gewesen, diesen Film zu verhunzen? Also ihn mit Peinlichkeiten
und rührseligen Anekdoten oder dergleichen schmalzig und eklig
wirken zu lassen? Sehr einfach. Doch Stallone gelingt es sehr gefühlvoll
und absolut ohne irgendeine Peinlichkeit sein Alter-Ego Rocky in Würde
alt werden zu lassen. Und am Ende jubeln wir mit ihm. Mal abwarten,
was RAMBO 4 so bringt….
Ingesamt klare 8
von 10 Punkten für das mehr als würdige Ende einer
Legend und wohl auch Lebensgeschichte. Was mir übrigens gefehlt
hat war EYE OF THE TIGER, denn das gehört schon irgendwie auch
zu Rocky seit den 80ern...
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13-02-07
"Saw
3", USA 2006, 113 Min., Regie: Darren Lynn Bousman
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Mann!
Wenn ich daran denke, wie ich damals den ersten SAW Teil im Kino sah,
packt es mich immer noch. Seit dem hat mich wohl kaum ein Horror Film
mehr so gepackt und davor wohl auch nur selten. War doch SAW wunderbar
einfach gemacht, der Film spielte zu 75% in einem Raum und kostete gerade
Mal 1,5 Millionen US$, er war spannend erzählt, ziemlich brutal
und hatte ein Ende, wo du im Kino im wahrsten Sinne des Wortes die Hände
über dem Kopf zusammen geschlagen hast! Also ich zumindest, so
umgehauen hat mich das damals. Und auch beim zweiten oder dritten Mal
anschauen hatte der Film immer noch was.
Für SAW 2 war es dann schon nicht einfach da irgendwie mitzuhalten,
doch, SAWprise, es gelang! Zwar wurde alles ein wenig ausgebaut doch
wieder überzeugte der Film mit einem Ende, mit dem man wirklich
nicht gerechnet hatte. Also war klar, bei SAW zählt vor allem der
Schlussgag. Was also, wird sich Jigsaw, der böse Killer, der versucht
seine Opfer zu erziehen, dieses Mal ausdenken und am Ende mit dem DADAAAAA!!-Effekt
auflösen?
So sitzt man nun in SAW 3 und überlegt von Anfang an. Hmm, was
könnte das heißen? Wie kann das ins Puzzle passen und vielleicht
das Ende beeinflussen? Oder ist hier vielleicht geplant, dass später
dann…?
So ähnlich läuft das ab, während wir Jeff, das Hauptopfer
aus Teil 3, dabei beobachten, wie er sich durch Jigsaws Fallen wühlt.
Und die haben es in sich. Vergesst alles aus Teil 1 und 2, wenn ihr
meint, das war brutal, dann habt ihr noch gar nichts gesehen. SAW 3
ist der mit Abstand brutalste und blutigste Film der Reihe. Da wird
eine Gehirn-OP gemacht und die Kamera hält drauf, da werden die
Knochen und Genicke gebrochen und treten aus dem Körper hervor
und die Kamera hält drauf und so weiter. Klar, das gehört
irgendwie schon zu SAW, schließlich ist das ein Film der neuen
Gattung „Hardcore Horror“, aber ich fands trotzdem heftig.
Und als alter Zombie- und Horrorfan bin ich dann doch einiges gewöhnt,
hatte ich gedacht.
Wie auch immer, Jeff stolpert da von Falle zu Falle, während eine
Krankenschwester versucht Jigsaw so lange es geht am Leben zu erhalten,
denn mit dem Mann geht es bergab. So läuft der Film so vor sich
hin, brutale Szene hier, brutale Szene da, und irgendwie denkt man sich,
na ja, bei SAW 1 und 2 wars spannender. Aber das Ende kommt ja erst
am Schluss.
Und da, mit einem Mal, wird man dann doch wieder überrascht! Plötzlich
stellt sich wieder dieser „Ahaaaaa!“-Effekt ein, den man
so gut aus SAW kennt, die Augen weiten sich, weil man DAS wiederum nicht
bedacht hatte und, ja, es endet wieder blutig. Und Jigsaw gewinnt. Denn
Jigsaw gewinnt immer, ebenfalls ne SAW Regel.
So ist SAW 3 dann doch noch ein ganz gelungener Abschluß einer
Trilogie, die, wie es so oft aber nun Mal ist, dennoch mit dem besten
Teil begann. Warum es jetzt aber in Saw 4 gehen soll, der immerhin schon
diesen Oktober in den USA starten soll, kann ich mir beim besten Willen
nicht vorstellen, da SAW 3 wirklich als ziemlich „abschließend“
endet.
Insgesamt gibt’s
6 von 10 Punkten, weil der Film doch ne ganze Weile
braucht, bis man merkt, dass man in einem SAW-Film ist. Und das ist
doch recht SAW-untypisch.
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13-02-07
"Schwere Jungs", GER 2007, 94 Min.,
Regie: Marcus H. Rosenmüller
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Ein knappes halbes Jahr kommt
schon der nächste Film vom „Wer früher stirbt ist länger
tot“ Regisseur Marcus H. Rosenmüller ins Kino und ganz Bayern
war natürlich gespannt, was das werden würde.
SCHWERE JUNGS handelt von den zwei Garmisch-Partenkirchner Rivalen Dorfler
und Gamser, die sich schon als Kinder während der Mitte der 30er
Jahre nicht ausstehen konnten. Dorfler zum Beispiel gewann das Bobrennen,
dass die Dorfjugend damals ausrichtete und das hängt Gamser bis
heute nach.
1952, 16 Jahre später: Dorfler hat es zu was gebracht, er betreibt
die örtliche Brauerei und hat sich jetzt mit seinem Team auch noch
für die Olympischen Winterspiele in Oslo qualifiziert, wo zum ersten
Mal seit Ende des 2. Weltkriegs wieder ein Deutsches Team starten darf.
Gamser findet das, natürlich, zum kotzen, seine Schreinerei läuft
nicht, seine Frau macht ihm Streß und sein ganzes Leben lang sieht
er immer wieder, wie alles, was Dorfler anfasst, funktioniert und ihn
zum Gewinner macht. Doch dann erfährt er, dass sich noch ein zweites
Deutsches Team für die Winterspiele qualifizieren darf und schon
trommelt er seine alten Bobfreunde zusammen. Die Qualifikation gelingt,
es geht nach Oslo und dort soll Dorfler endlich mal besiegt werden.
Leider, aber das war wohl auch klar, ist SCHWERE JUNGS bei weitem nicht
so lustig wie WER FRÜHER STIRBT. Trotzdem handelt es sich um eine
nette, bayrische Komödie, die wieder alles tut um das Genre des
bayrischen Mundart Films wieder zu beleben, was Rosenmüller hoch
anzurechnen ist, handelt es sich hier bei doch um den schönsten
Dialekts Deutschlands.
Doch die Gags möchten nicht so ganz zünden, zu oft sind sie
schon zu erkennen oder bauen sich nicht so schön auf und funktionieren
dann wie in WER FRÜHER STIRBT.
Allerdings ist auch SCHWERE JUNGS schön beschmückt mit kauzigen
Figuren aus Bayern, die unter anderem auf die zwei Bobs verteilt sind.
Da merkt man schon, Rosenmüller kann Charaktere entwickeln, auch
wenn deren eigene Entwicklung und spätere Versöhnung für
das Vaterland auch schon vorher zu „riechen“ war.
Alles in allem ein recht kurzweiliger Film, der ein paar nette Gags
zu bieten hat, mit Rosenmüllers Meisterwerk WER FRÜHER STIRBT
aber leider nicht mithalten kann. Und der erste Film nach dem Meisterwerk
muss sich leider am meisten am Vorgänger messen lassen.
Insgesamt 6
von 10 Punkten, für die Bayrische Sprache, die
wunderbare und vor allem echte bayrische Winterkulisse und weil’s
halt eben ein Rosenmüller Film ist.
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11-12-2006
"Casino Royale", USA/UK/GER/Czech Republic
2006, 144 Min., Regie: Martin Campbell
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Bin ich überhaupt fähig
und "authority" genug um eine Review über den neune Bond
zu schreiben? Eigentlich wäre das Aufgabe vom Matze, denn wenn
einer Bond in und auswendig kennt, dann der. Vielleicht schreibt er
ja auch noch ein paar Worte. Ich probiers jetzt einfach Mal...
Daniel Craig also als Nachfolger von Pierce Brosnan, den ich persönlich
ja recht gut und passend als James Bond fand. Sprich immer cool, vornehm
und Gentleman like. Craig ist da schon eher der Proleten Bond, der Hau-drauf
Bond, der prügelt und dem auch wurscht ist, wie er seinen Martini
bekommt. Das alles passt auch zum Typen Daniel Craig, finde ich, und
das ist es wohl auch, was die Macher mit dem neuen Bond erreichen wollten,
eine nicht unbedingt komplette Veränderung des Typen James Bond,
aber eben eine neue Richtung. Nicht falsch verstehen, Craig hat auch
Style und kommt cool rüber, aber ich brauchte doch eine Weile,
bis ich mich an ihn gewöhnt hatte. Klar auch, dass die Action Eins
a inszeniert ist, grade Bonds erste Verfolgung eines vermeintlichen
Terroristen zu Beginn des Films.
Ach ja, ne Story gibts natürlich auch noch. Die war mir nach 30
Minuten immer noch nicht so ganz klar, was wohl auch nicht so wichtig
ist. Viel wichtiger ist, dass Bond schließlich im "Casino
Royale" landet, dort auf, wir kennen ihn aus "Adams Äpfel",
den wunderbaren Mads Mikkelsen trifft und plötzlich anfängt
auch mal echt coole Sprüche zu bringen und irgendwie ganz anders
rüber kommt. Ich muss sagen, ab dem Teil im Casino gefielen mit
Craig und der Film richtig gut. Klar, dass man nicht 45 Minuten lang
edel angezogene Herren beim Poker spielen beobachten kann, deswegen
gibts dazwischen immer wieder Mal ein paar eingestreute Action Szenen,
Bond wird schnell mal vergiftet (ja, er überlebt) usw.
Richtig, da fehlt ja noch was! Die Frauen! WIE KANN MAN DENN DIE FRAUEN
IN EINER BOND REVIEW ERST SO SPÄT BRINGEN?!?! Da fällt mir
gerade noch ein Unterschied zwischen Craigs und Brosnans Bond ein: Craig
verschmäht doch tatsächlich eine echt scharfe Latino Schönheit
um schnell nach Miami zu fliegen und einen Bösewicht zu verfolgen.
Pierce hätte beides hinbekommen. Garantiert.
Bevor es dann ins Casino geht treffen wir schließlich auf das
richtige Bond Girl, nämlich Eva Green als Vesper Lynd, die mich
persönlich ja sofort in sie verliebt gemacht hat. Das interessante:
es gibt eine kurze Szene im Bad, wo sie ungeschminkt ist und mit Bond
über Anzüge quatscht. Und da sieht die noch Mal viel hübscher
und mehr zum verlieben aus!
Insgesamt klare 7 von 10 Punkten, da mirl wie geasagt
Craig und Film ab dem Casino Teil richtig gut gefielen, Eva Green eine
Augenschmaus ist und die Reihe "Bond" immer noch für
gute Action Unterhaltung steht.
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11-12-2006
"Severance", UK/GER 2006, 90 Min., Regie:
Christopher Smith
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- Trailer
Gut informierte Horror
und Splatter Fans haben inzwischen bestimmt schon von "Severance"
gehört, wird der Film doch eigentlich in den Printmedien ganz gut
beworben und des öfteren mit den letzten großen Horrorfilmen
aus GB, wie etwa "28 Days Later", "Shaun of the Dead"
und "The Descent" genannt. Das lies natürlich hoffen,
vorallem weil auch der Funfaktor wie in "Shaun" nicht zu kurz
kommen sollte, wie es hieß. Doch wie so oft, wenn die Erwartungen
so hoch gesteckt werden, enttäuscht der Film ein wenig.
Mitarbeiter eines Britischen Rüstungskonzerns verbringen ein Wochenende
bei einer abgelegenen Berghütte (herrliches Horrorfilm-Klischee)
ihres Chefs im Ungarischen Hinterland um dort den wohl etwas verloren
gegangenen Teamgeist wieder zu erlernen. Dazu soll etwa gemeinsames
Gotcha spielen helfen. Doch, natürlich, ist dort nicht alles so
friedlich, wie man es erhoffte, sondern der Ort entpuppt sich als ehemaliges
Sanatorium für durchgeknallte russische Soldaten, die leider auch
nicht geheilt wurden und - genau - dort irgendwie immer noch herumspuken.
Der Film bietet ein paar schöne Gore Szenen, nette Einfälle
und auch witzige Momente, wo der schwarze Britische Humor der Macher
wunderbar dazu passt. Aber irgendwie bleibt danach trotzdem so ein "Naja,
soooo gelohnt hat es sich jetzt auch nicht" - Gefühl. Was
bestimmt an den Erwartungen liegen kann, die ich nach einigen guten
Reviews zu dem Film hatte.
Auch ein Grund sind wohl die Figuren, die zu 99% Klischeebehaftete Horrorfilm
Charaktere sind, wie etwa der kiffende, coole Sprüche Klopfende
Mitarbeiter auf der einen Seite und der nerdige, dickliche Loser Typ
auf der anderen. Oder die heiße Blondine aus Amerika vs. die eher
langweilige Britsche Alternative Tusse, die (netter Einfall) "humane"
Tretmienen entwickelt. Und natürlich darf auch der etwas dämliche
Abteilungsleiter nicht fehlen, der die Truppe zwar mit vollen Hosen
verlässt und abhaut, als es ernst wird, dann aber schließlich
doch noch ein paar der Bösewichte mit ins Grab nimmt.
Hinzu kommt, dass die Mischung aus "Survival Horror" à
la "Hostel" oder "Saw" gemixt mit den eher Comedyhaften
Szenen und Momenten irgendwie auch nicht ganz aufgeht. Dann doch lieber
beim guten alten "Shaun" bleiben, wo dieses momentan trendige
"Survival" Element zwar größtenteils fehlt, die
Mischung aus Horror und Comedy aber trotzdem wunderbar funktioniert.
Ingesamt trotzdem gute 5 von 10 Punkten, für einige
schön blutige Szenen, fast nackte ungarische Nutten in einem Erdloch,
ein paar gute Gags und einen Flammenwerfer. Und ich eben Horrofan bin.
Allerdings gehört dieser Film für mich garantiert nicht in
die Riege der letzten großen Britischen Horrofilme.
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11-12-2006
"Children of Men",
UK/USA 2006, 109 Min., Regie: Alfonso Cuarón
IMDB-Link
- Trailer
"Children of Men"
ist so ein Film, der leider nicht sehr groß beworben wird, obwohl
er mit ca. 70 Millionen US$ Budget keine kleine oder gar billige Produktion
ist. Jedenfalls schade, denn so entgeht einigen bestimmt einer der interessantesten
Filme des Jahres, denn auch diese Review kommt etwas spät nach
dem Kinostart, der bereits am 08. November war.
Gut, dieser Film wird nicht allen gefallen, denn er ist vorallem eines:
eigen.
Fer Film spielt im Jahre 2027, die Welt ist am Ende, es herrscht Chaos,
nur in Großbritannien, einem reinen Militärstaat, gehts noch
einigermaßen zu, was eine Welle an Flüchtlingen anlockt,
die wie die Tiere abgewimmelt und in seperaten "Zonen" aufbewahrt
werden und somit von der Einreise abgehalten werden sollen. Und seit
18 Jahren wurde kein Kind mehr geboren, da mit einem Schlag plötzlich
alle Frauen unfruchtbar wurden.
Mehr will ich gar nicht verraten, braucht es auch nicht. Regisseur Alfonso
Cuaron entwickelt eine so realistische Zukunftswelt, die der Gegenwart
bereits jetzt viel näher als die 20 Jahre scheint. Es spiegelt
sich viel aktuell Weltpolitisches in dem Film, was ein wenig weitergesponnen
wird und dann erst Recht mehr als möglich erscheint. So entsteht
eine spannende Geschichte, die mit Theodore, gespielt von Clive Owen,
der mir in letzter Zeit immer besser gefällt, nicht nur einen tollen
Hauptdarsteller sondern auch eine tolle Hauptfigur hat.
Doch was mich eigentlich umhaute war die Kameraarbeit. Als Fan von langen
Einstellungen, am liebsten mit Steady-Cam, ohne Schnitte, kam ich hier
mehr als auf meine Kosten. Da gibt es Szenen, wo gut 5 Minuten einfach
nicht geschnitten wird. Und das mitten in einem Krisengebiet, wo hier
Panzer vorbeifahren, da Rebellen auftauchen und ne Schießerei
entsteht, dann geht es in ein fast verfallenes Haus, voll gepackt mit
Flüchtlingen und so weiter. Das wiederum ist aber alles nichts
gegen die Autofahrt nach etwa 30 Minuten im Film...ich grüble jetzt
noch, wie das bitte denn gedreht worden ist.
Insgesamt 8 von 10 Punkten für das so realistische
Endzeitszenario, die spannende Geschichte und die tolle Kameraarbeit.
Wer also den Film noch irgendwo in einem Kino entdeckt, reingehen! Ansonsten
auf die DVD warten, wo hoffentlich wenigstens ein bißchen über
dieses endlos takes erzählt wird...
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11-12-2006
"Deutschland - Ein Sommermärchen",
GER 2006, 108 Min., Regie: Sönke Wortmann
IMDB-Link
- Trailer
Jaja,
was war das doch für ein Sommer. Fussball WM und sogar RICHTIGES
Sommerwetter! Also mit Sonne, 30 Grad und das auch noch ein paar Wochen
lang. Nicht schlecht, nicht schlecht. Kaum zu glauben, dass das schon
wieder gut 6 Monate her ist. Und kaum zu glauben, dass jetzt doch auch
schon Sönke Wortmanns WM-Doku "Deutschland - Ein Sommermärchen"
gerade im Fernsehen lief! Der war doch gerade noch im Kino, oder?
Anfangs hatte ich ja nicht geglaubt, dass der Film groß jemanden
interessieren würde, schließlich war das WM-Hoch genau so
schnell wieder verflogen wie damals die beiden Itailen Tore im Halbfinale
fielen...Dann kam mir aber, dass durch den Film wohl all die schönen
eigenen Erinnerungen an die WM wieder hochkommen. Und das müsste
es dann ja für ganz Fussballdeutschland, und das war zur WM ja
so ziemlich ganz Deutschland, interessant machen. Und so fanden inzwischen
mehr als 3 Millionen Leute den Weg ins Kino um noch Mal das schöne
Gefühl und die gute Zeiut dieser 4 Wochen hochzukitzeln. Und genau
davon lebt der Film.
Deutschland spielt gegen Costa-Rica, logisch, Augustiner Biergarten
hier um die Ecke, spitzen Stimmung, davor Weißwurschtfrühstück,
dann übelst viel Bier, danach Afterparty in der WG. Deutschland
gewinnt gegen Polen 1:0 in der Nachspielzeit, klar, Kameliterplatz in
Graz, mit Flo und 1500 Ösi-Fussballfans. Deutschland gegen Schweden
im Halbfinale, sicher, wieder Augustiner Biergarten, übelst beschissene
Schlägerstimmung, weil viel zu voll (Biergarten und Leute) und
keiner mehr was sehen konnte auf den zwei popeligen Leinwänden,
daher die "besten ersten 30 Minuten einer Deutschen Mannschaft"
(Zitat Jürgen Klinsmann) verpasst. Also in der Halbzeit zum Björn,
da weiterschauen. Elfmetern gegen die Argentinier, richtig, im Olypmiastadion,
mit Benedikt und Felix im Arm, dann jubelnd wieder Mal Leopoldstraße.
Oh Mann, es fehlen ja immer noch zwei Spiele! Ihr könnt euch denken,
wie es weitergehen könnte...
Tja, und so geht es wohl jedem der diesen Film sieht. Dazwischen gibts
relativ langweilige und belanglose Szenen im Hotel, beim Massieren,
beim Trainieren usw. zu sehen, vor den Spielen Klinsis feuernde Ansprachen,
die teilweise untertitelt gehören sollten, weil sein Schwäbisch
das ein oder andere Mal mit ihm durchgeht, wenn die Emotionen hochkommen.
Auch Yogi Löw ist da so ein Kandidat, was wohl auch beim Team ab
und an für Verwirrung sorgte. Zumindest bei Bernd Schneider. Und
ob Poldi und Schweini überhaupt was von Taktik oder gar Grammatik
verstehen, frag ich mich jetzt erst recht...
Klar, dass so ein Film nicht "spannend" oder sowas ist, war
ja "Die Passion Christi" auch nicht, denn jeder weiß
vorher schon, wie es ausgeht. Den einzigen dramaturgischen Kniff gestattet
sich Herr Wortmann, in dem er mit Bildern nach der Niederlage gegen
Italien anfängt, das wars dann aber auch.
Trotzdem hat dieser Film klar eine Daseinsberechtigung, denn er dokumentiert
einen der schönsten Sommer seit langem. Und bringt einem "unser"
Team, dass uns 4 Wochen lang mitfiebern lies und unterhielt, auch ein
Stück näher. Ich wußte zum Beispiel nicht, dass Christoph
Metzelders Spitzname "Metze" ist.
Gehört dieser Film aber wirklich ins Kino? Ich glaube nicht, auf
dem Fernseher tut es das genau so, daher war ich froh, mir die paar
Euro fürs Kinoticket gespart zu haben und konnte so schon gemütlich
vorm Fernseher noch Mal an den tollen Sommer zurück denken. Daheim
ist's halt doch am schönsten.
Insgesamt aber trotzdem nur 5 von 10 Punkten, da der
Film zu 90% von den eigenen Erinnerungen an den Sommer lebt, kaum neues
bietet und die wohl richtig interessanten Szenen (nein, ich meine keine
Duschszenen) eh draußen gelassen wurden.
Und wer die WM nicht selber miterlebt hat, versteht sowieso nur Bahnhof,
bzw. Abseits.
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19-11-2006
"Borat", USA 2006, 84 Min., Regie: Larry
Charles
IMDB-Link
- Trailer
Puhh, Bauchschmerzen....ich
weiß auch gar nicht, was ich groß erzählen soll, außer,
dass ich viel gelacht habe. Die meisten werden wissen, worum es in etwa
in "Borat" geht, es würde ja bereits viel berichtet,
wie er es schafft, den Leuten Meinungen und Ansichten heraus zu locken,
die sie wohl wem anders, der nicht so "fremdlich" und "kulturell
unterentwickelt" wirkt, nie erzählen würden.
Was den Charakter Borat, genial verkörpter von Sacha Baron Cohen,
zu etwas besonderem macht, ist seine kindliche, liebe Art, dem man einfach
nicht zutraut, dass er etwas böses tun würde. Man verzeiht
ihm alles. Fast alles, denn die Polizei wurde wohl trotzdem 91 Mal gerufen,
während "Borat" gedreht wurde.
Borat fliegt in 84 Min. von Kasachstan nach New York und macht sich
von dort dann schnell auf den Weg nach Los Angeles um seine große
Liebe Pamela Anderson, die plötzlich in sein Leben trat, zu treffen.
Auf dem Weg dort hin gibt es die bereits aus der "Ali G. Show"
bekannten Interviews zu führen und dieses Mal lernt Borat dank
einem Humor-Coach, was Amerikanischer "Humor" (?) ist, quatscht
mit Feministinen, bekommt Tischmanieren verpasst und sucht den Pussy-Magnet.
Unter anderem. Denn kaum zu glauben, es gibt ja auch die Rahmenhandlung,
oder nennen wir es den roten Faden, das trifft es wohl besser. Dafür
sorgen etwa Borats Produzent Azamat, mit dem Borat in einem Hotel die
wohl beste Schlägerei/Verfolgungsjagd der Filmgeschichte abliefert.
Das Kino wieherte.
Jetzt frage ich mich nur, wieviel von diesem Film wirklich echt ist.
Es muss viel sein, denn all die Leute, die Boart so begegnet, zu casten
hätte nicht so gut funktioniert. Doch wenn eine Pamela Anderson
ins Spiel kommt und von Boart in einen Sack gesteckt werden soll, glaube
ich nicht, dass das nicht in irgendeiner Weise vorher abgesprochen war.
Obwohl, die Schläge der Security wirkten wiederum auch sehr real...
"Boart" kriegt ganz klar 9 von 10 Punkten,
weil Sacha Baron Cohen eine Figur entwickelt hat, die man einfach mögen
muss, egal was sie macht und sich nebenbei noch in die Riege der lustigsten
Charaktere der Filmgeschichte einreiht. Der letzte Punkt zur Bestwertung
bleibt verwehrt, weil mir 84 Minuten Borat zu wenig waren. Und er kein
Bayer ist...:-)
DOCH ACHTUNG: den Film unbedingt auf Englisch anschauen!!!!
Habe von der Deutschen synchronisierten Fassung nur Schlimmes gehört.
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19-11-2006
"Adams
Äpfel", DEN/GER 2005, 94 Min., Regie: Anders Thomas Jensen
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- Trailer
Der Skinhead Adam kommt aus dem Knast und wird zur Resozialisierung
in eine kleine Kirchengemeinschaft um Pfarrer Ivan gesteckt. Jeder sucht
sich dort eine Aufgabe und Adams wird es den Apfelbaum im Garten zu
pflegen um den anderen schließlich irgendwann einen Apfelkuchen
zu backen.
Doch eigentlich geht es in "Adams Äpfel" um schräge
Typen. Sehr schräge. Die irgendwie miteinander klar kommen müssen.
Adam hat nen Hau weg, eh klar, aber der eigentlich durchgeknallteste
in dem Kirchenverein voll Säufer, Verbrecher und Versager, ist
Pfarrer Ivan, toll gespielt von Mads Mikkelsen, den ab nächster
Woche die ganze Welt als den neuen James Bond Bösewicht kennen
wird. Und der Mann muss einstecken, Auweh. Also seine Rolle Ivan jetzt.
Selten eine so schiefe Nase gesehen...dänischer schwarzer Humor
ist das wohl. Überhaupt gibt es Szenen im Film, wo man laut lacht,
sich dann aber denkt, ohhh, eigentlich, ja, schon recht hart.
Schnell entwickelt sich ein persönlicher Konflikt zwischen Adam
und Ivan, wo keiner nachgeben will sondern versucht, den anderen zu
brechen. Je mehr sich das zuspitzt, desto mehr greift Regisseur Jensen
in die Bibelzitate Kiste und verschäft die Stimmung des Films.
Allerdings hängt das manchmal ein wenig, sprich, irgendwie fehlt
was und der Funke springt nicht so ganz über. Und man fragt sich,
was genau sollte das jetzt? Doch Mikkelsen und Co. retten über
solche Momente hinweg, es gibt, wie gesagt, viele absurde Figuren und
Szenen zum lachen, aber auch solche, wo man die Zähne ein wenig
zusammen beißt.
Ingesamt 7 von 10 Punkten, weil Mikkelsen ne geile
Sau ist, der Film zu einem Großteil von seinem eigenen Humor und
einer tollen Kameraarbeit lebt und ich Dänische Filme irgendwie
halt mag.
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02-10-2006
"Das Parfüm", GER/SPA/FR 2006,
147 Min., Regie: Tom Tykwer
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- Trailer
Zugegeben, ich konnte nicht ganz unvoreingenommen
in diesen Film gehen. Momentan arbeite ich mit zwei Leuten zusammen,
die die Ehre hatten beim „Parfüm“ mitzuarbeiten und
jedes Mal, wenn die beiden von den Dreharbeiten erzählen, hänge
ich an ihren Lippen und lausche, wie es ist so großes Kino zu
machen. Da bekommt ein Dustin Hofman eben einen 60 qm Wohnwagen als
Aufenthaltsmobil, da gibt es Szenen mit 700 Komparsen, für die
alle Kostüme angefertigt werden und so weiter.
Jedenfalls, und da wird niemand widersprechen können, ist „Das
Parfüm“ eine ganz, ganz große Produktion, die umwerfend
aussieht. Allein der Fischmarkt zu Beginn, auf dem unsere Hauptfigur
Jean-Baptiste Grenouille geboren wird ist so was von wunderbar eklig
in Szene gesetzt und geschnitten, was den Einstieg in den Film sehr
gelungen macht.
Ich habe vor Jahren das
Buch gelesen, fand es sehr gut, doch bin ich gerade bei dieser Adaption
der Meinung, dass der Film einfach als eigener Film betrachtet werden
sollte. Sicher, Filme, die auf Romanen basieren, müssen sich immer
mit ihrer Vorlage vergleichen lassen, doch sollte man sich dabei trotzdem
klar machen, dass die Geschichte auf ein ganz anderes Medium übertragen
wird, was ganz anders funktioniert. Irgendwie muss man eine besondere
Fähigkeit, wie hier das riechen, was ein Segen für einen Roman,
aber ein großes Hindernis für einen Film ist, visuell erzählen.
Davon lebt ein Film nun mal. Und
als Film funktioniert „Das Parfüm“ für mich einwandfrei.
Natürlich lässt sich drüber streiten, ob man einen Psychopathen
wie Grenouille, der von Ben Wishaw etwas „Forrest Gump mäßig“
(treffendes Zitat von Fifi) aber trotzdem sehr toll und passend gespielt
wird, als Hauptfigur eines Filmes erzählen darf. Zwar mag er mit
seiner X-MEN artigen Fähigkeit cool rüber kommen und somit
eine deutlich böse Person sympathisch erscheinen lassen, doch ein
Film darf so etwas. Auch finde ich es ok, dass das Leiden oder die Ängste
von Grenouilles Opfer nicht groß thematisiert werden, was ebenfalls
kritisiert wurde, denn darum geht es in diesem Film nicht. Es geht um
den Verrückten Grenouille.
Woran ich mich jedoch noch im
Buch zu erinnern meine, und das störte mich an der Verfilmung,
war, dass Grenouille seine Opfer für sein Parfüm auf Grund
ihres besonderen Geruchs auswählte. Im Film wirkt das alles etwas
wahllos, während einer Montage sammelt er einfach die Gerüche
seiner Opfer und es scheint nicht so, als ob diese Damen etwas Besonderes
für ihn und seine Nase seien. Zwar wird erwähnt, dass sie
alle sehr schön seien, aber das nur am Rande. Einzig die wunderbare
und bildhübsche Karoline Herfurth wird als wahrer Nasenschmaus
für Grenouille dargestellt. Sie ist allerdings auch sein erstes
Opfer.
Alles in allem aber
ganz klar 8 von 10 Punkten, da Tom Tykwer eine gelungene
Adaption eines Stoffes gelang, die lange als unverfilmbar galt. Und
die Bilder und Sets sind ein Augenschmaus, der schon alleine den Kinogang
rechtfertigt.
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02-10-2006
"Snakes on a Plane", USA 2006, 105 Min.,
Regie: David R. Ellis
IMDB-Link
- Trailer
Schon ne Weile her, dass ich den sah,
doch als kommende DVD Empfehlung, denke ich, kann man diesen Film schon
jetzt empfehlen. Denn SNAKES ON A PLANE ist ein klarer Vertreter der
Gattung „Partyfilm“, der mit mehreren Zuschauern und Bier
noch einiges an Qualität gewinnt. Im CINEMA hier um die Ecke war
aber auch so einiges los, Fans hatten sich mit T-Shirts und Plastikschlangen
bewaffnet, sssssssssssstn durch das Kino und jubelten viel.
Die Story ist bescheuert
und schnell erzählt:
Ein Surfer wird auf Hawaii (oder irgendwoanders, wo man halt surfen
kann) Zeuge eines Mordes und soll gegen den fiesen Mafiaboss nun in
L.A. (oder New York? Ach, egal!!!!) aussagen. Samuel L. Jackson, der,
so heißt es, in seinen Vertrag schreiben lies, dass der Film auch
wirklich SNAKES ON A PLANE heißen wird, darf den Polizeioberwachtmeister
spielen, der ihn zur Aussage ermutigte und nun im Flieger begleitet.
Aber der clevere Oberboss hat 500 giftige Schlangen ins Flugzeug geschmuggelt
um den Surfer umzubringen.
Wow. Soviel dazu. Der Film wurde
bereits vor Monaten schon so was von gehypet im Internet, dass sich
das Studio entschied ein paar blutige Szenen nachzudrehen, Titten einzubauen
und somit auf das geplante Rating PG-13 (in etwa wie bei uns „ab
12) zu verzichten und den Film mit einem RATED R (in etwa wie bei uns
„ab 16“) zu starten.
Und das alles tat dem Film nur gut! Sind doch Titten, Blut und Gossensprache
die besten Zutaten für einen Partyfilm! Was SNAKES ebenfalls noch
als Pluspunkt zu Gute gehalten werden muss, ist der schwarze und böse
Humor in einigen Szenen. Hier stirbt der kleine, süße Hund
zum Beispiel. Und das Kino jubelte.
Im Internet kursieren bereits
Ideen für Fortsetzungen oder ähnliche Filme wie „Piranhas
on an escalotor“ oder „Bears on a submarine“, natürlich
auch alle mit Samuel L. Jackson, der seinen Satz „I want these
motherfuckin’ snakes off that motherfuckin’ plane“
dann einfach nur variieren muss.
Und das Kino jubelt.
Insgesamt 7
von 10 Punkten für schöne, pure Kinounterhaltung,
die bestimmt nichts für jemanden ist, der Anspruch erwartet. Aber,
hey, solche Filme muss es auch geben. Und ich sehe sie gerne.
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21-08-2006
"Wer früher stirbt ist länger tot",
GER 2006, 104 Min., Regie: Marcus H. Rosenmüller
Seite
und Trailer
Puhh, wie beginnt man
eine Review zu einem Film, dem man 10 von 10 Punkten geben wird? Ich
könnte wieder Mal mit ein paar Worten zur Entstehungsgeschichte
schreiben, aber da ist mir leider nicht sehr viel bekannt. Außer,
dass ich mit der Kostümbildnerin bereits einmal bei einem Kurzfilm
zusammen arbeiten durfte.
Regisseur Marcus Rosenmüller, ab jetzt ein Name, den man sich merken
muss und eines meiner Deutschen Regie-Vorbilder, kommt aus Bayern. Sonst
wäre dieser Film auch nicht so geworden. Er studierte an der Münchner
HFF und hat jetzt mit seinem Kinodebüt "Wer früher stirbt
ist länger tot" nun direkt einen Film abgeliefert, der als
Publikumsliebling bestimmt eine sehr lange Laufzeit und damit ebenso
lange Lebenserwartung haben wird. Ähnlich wie bereits "Die
Scheinheiligen", ebenfalls eine moderne Bayrische Komödie,
die schon vor 3 Jahren den schlimmen Ausdruck "Heimatfilm"
total renovierte. "Wer früher stirbt..." ist aber, das
muss man sagen, noch besser und lustiger als der wunderbare "Die
Scheinheiligen".
Das Münchner MAXX Kino, wo ich den Film gestern sah, war jedenfalls
so gut wie ausverkauft und mit Leuten aus allen Alterschichten gefüllt.
Nicht schlecht für einen Film, der nicht überall beworben
wird, keine Millionen von Euro gekostet hat und auch nicht 150 Minuten
lang ist. Und genau deshalb wird der Film auch sein Publikum finden
und davon mindestens 99% (aus Bayern definitiv 100%) glücklich
und zufrieden aus dem Saal entlassen. Ich hab's ja mit Filmen aus Bayern,
die bei mir als Lokalpatriot einen extra Bonus genießen, aber
ich denke, der Film ist sogar für die Leute aus dem Norden was.
Der 11jährige Sebastian, der in einem kleinen Dorf in der Nähe
von Rosenheim (zumindest den Autokennzeichen nach zu urteilen) aufwächst,
wird plötzlich mit dem Tod konfrontiert, als sein großer
Bruder ihm klar macht, dass er am Tod der Mutter schuld sei, die nach
Sebastians Geburt gestorben ist.
Das klingt jetzt nach einem schrecklich ernsten Provinzdrama, aber das
ist es nicht. Es ist alles andere als das. Dieser Film erzählt
seine Geschichte mit soviel Witz und Herz, dass man am liebsten in dieses
Dorf ziehen möchte um die Figuren kennenzulernen. Das Publikum
im Saal lachte jedenfalls mehrmals so laut, dass man den Ton nicht mehr
verstand.
"Wer früher stirbt ist länger tot" ist ein Film,
der schön in sich geschloßen ist und, vorallem, wunderbar
funktioniert. Dazu tragen die vielen saukomischen Szenen und Witze bei,
aber auch die wenigen ruhigeren und ernsten Momente.
Entdeckung des Films ist Markus Krojer als Sebastian, der der neue Lausbuben
Hansi aus den "Die Lümmel von der ersten Bank" oder "Wir
hau'n die Pauker in die Pfanne" Filmen werden könnte, wenn
sowas heute noch gemacht werden würde. Auch der Rest des Ensembles,
teilweise mit Gesichtern aus "Die Scheinheiligen" bestückt,
überzeugt auf ganzer Linie.
Insgesamt also ganz klare 10 von 10 Punkten für
die schöne Geschichte, den Wirsthaus Charme und vorallem: Bayern.
Also anschauen, solche Filme unterstützen und sich auf 104 Minuten
allerfeinste Deutsche Kinounterhaltung freuen!
Max
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17-08-2006
"Superman Returns", USA 2006,
154 Min., Regie: Bryan Singer
IMDB-Link
- Trailer
Müssen teuere Filme
eigentlich heutzutage weit über zwei Stunden laufen? Letztens erst
"Fluch der Karibik 2" und jetzt wieder "Superman Returns",
wo mit Produktionskosten von ca. 200 Millionen US$ und einer Laufzeit
von 154 Minuten also jede Minute gut 1,3 Millionen US$ verschlungen
hat. Da fehlt allerdings noch das Marketing plus die gut 40 Millionen
US$ Entwicklungskosten, die Warner Bros. in den letzten zehn Jahren
ausgaben um den fünften Film auf die Beine zu stellen.
Regisseure wurden verschlissen (u.a. Tim Burton, McG, Brett Rattner),
Ideen von Autoren verbraten (u.a. Kevin Smith, J.J. Abrams) und noch
mehr Schauspieler als Superman gecastet (u.a. Nicholas Cage, Josh Hartnett,
Jerry O'Connell, Ashton Kucher), bis mit Bryan Singer schließlich
doch noch einer auf dem Regiestuhl Platz nahm, der in seinen letzten
Filmen, die ersten beiden X-MEN Filme, eigentlich fast alles richtig
gemacht hatte. Bei SUPERMAN RETURNS kann man das leider nicht sagen.
Erfreulich ist, dass Singer sich für den Original Superman entschied
und nicht von unzähligen Renovierungsversuchen von Produzenten
und Studios beeinflußen lies. Superman darf hier fliegen und seinen
blauen Anzug mit dem roten Umhang tragen und auch sein Löckchen,
was ich Christopher Reeves schon immer am liebsten aus dem Gesicht wischen
wollte, ist wieder da. Also Respekt für Singer, der sich dem Hollywood-Trend,
alles modern machen zu wollen, nicht unterwarf. Das macht auch alles
Sinn, irgendwie, denn das zeichnet Superman schließlich aus: er
kann fliegen und trägt sein behämmertes Kostüm. Sam Raimi,
Regisseur von SPIDER-MAN 1 und 2, schaffte es, Spider-Mans Kostüm
aufzupeppen, ohne, dass sein klassischer Ansatz verloren ging. Gut,
Spider-Mans Kostüm ist einfach nicht so zeitlos gay, wie das von
Superman. Da ergaben sich wohl mehr Möglichkeiten. Spider-Man hat
außerdem die cooleren Moves und Fähigkeiten drauf, das aber
nur am Rande.
Jedenfalls dauert es eine knappe halbe Stunde, bis wir einen unbekannten
Schauspieler sehen, der im Superman Kostüm zum ersten Mal seit
knapp 20 Jahren wieder auf der Leinwand die Menscheit beschützen
darf. Und das zieht sich.
Der Film baut ein paar Handlunststränge ein, die bereits auf einen
zweiten Teil hindeuten. Ob es den geben wird oder gar geben muss, sei
hier dahin gestellt. Doch diese Szenen machen den Film einfach zu zäh.
Außerdem reißt einen die Geschichte nicht richtig mit. Klar,
Superman muss die Welt retten, um was anderes ging es ja auch in den
Comics nie, aber irgendwie ist alles so belanglos, weil, klar, er gewinnt
am Ende eh. Ein absehbares Happy End hat zwar vielen Filmen noch nicht
geschadet, doch da braucht es dann einfach Überraschungen und Wendepunkte
um den Zuschauer bei Laune zu halten. Hier mal Leute retten, dann dort
und immer wieder Szenen mit Lois Lane, das reicht nicht und, vorallem,
wirkt folglich nicht.
Hinzu kommt, dass so gut wie alle Darsteller ziemlich blass bleiben.
Grade Brandon Routh als Superman enttäuscht, wirkt langweilig und
zu geschleckt. Da könnte man sich jetzt streiten, ob ein kerniger
und etwas fertiger Superman überhaupt sinnvoll wäre, denn
was soll ihn denn kernig machen, wenn ihm nichts etwas anhaben kann?
Und warum die ausdruckslose Kate Bosworth Lois Lane spielen musste,
wird wohl ein Geheimnis des Regisseurs bleiben. Doch sie passt so gut
zu Brandon Routh. Nur Kevin Spacey als Lex Luthor, dem es sichtlich
Spass machte seine Rolle zu spielen, bringt etwas Leben nach Metropolis.
Doch ausgerechnet ihm gönnt Synger die wenigsten Szenen.
Natürlich ist nicht alles schlecht in diesem Film. Dass Singer
Action inszenieren kann weiß man ja. Und als Lex Luther dann schließlich
beginnt die Welt zu bedrohen wird es sogar kurz "interessant".
Doch zu sagen spannend wäre schon wieder zuviel, das fällt
leider viel zu schnell wieder ab.
vielleicht habe ich den Fehler gemacht und mich, wie schon sehr oft,
zu sehr auf den Film gefreut. Der Trailer
machte mich schon zu früh zu neugierig auf den Film, was erfahrungsgemäß
oft dann schließlich zu Enttäuschungen führt.
Insgesamt leider nur 5 von 10
Punkten, wegen größtenteils lahmen Darstellern,
lahmer Story und alles in allem gut 30 lahmen Minuten zu viel.
Max
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15-08-2006
"Napoleon Dynamite",
USA 2004, 82 Min., Regie: Jared Hess
IMDB-Link
- Trailer
...lief bei ganzen
zwei (2!!) Vorstellungen NAPOLEON DYNAMITE. Ich hatte den Film letztes
Jahr schon ein paar Mal auf Ami-DVD gesehen, aber als ich jetzt erfuhr,
dass er kurz im CINEMA hier um die Ecke läuft, war klar, der muss
einfach nochmal auf der großen Leinwand geschaut werden.
NAPOLEON DYNAMITE ist einer dieser Filme, wo ich nach der Entstehungsgeschichte
schon immer sehr, sehr happy bin, dass sie gemacht wurden und dann auch
noch ordentlich Geld einspielten. Bereits im Sommer 2003 als Independent
Streifen für grade mal 400 000 US$ gedreht und in den USA 2004
im Kino gewesen, spielte der Film dort schließlich knapp 45 Millionen
US$ ein. Eine Bilderbuch Erfolgsgeschichte also, wie sie alle paar Jahre
mal ein Idependent Film schreibt. Zuletzt etwa SAW, der allerdings ein
ganz anderes Genre bediente. Im Mai 2006 schaffte es Napoleon dann doch
noch bei uns ins Kino, verschwand aber leider viel zu schnell wieder.
Irgendwie auch verständlich, denn der Film ist schon etwas speziell.
Gerade was den Humor angeht.
Hauptfigur ist, natürlich, Napoleon Dynamite, ein High School Schüler
aus einem kleinen Nest irgendwo im Nirgendwo in Idaho. Napoleon ist
ein Außenseiter, den sogar die meisten anderen Außenseiter
meiden würden. Der Film erzählt, was in seinem kleinen Kaff
und seinem kleinen Leben so passiert. Wir lernen seinen Onkel Rico kennen,
der seiner High School Fottballkarriere nachtrauert, seinen älteren
Bruder Kip, der eine heiße Affäre online in Chatrooms gestartet
hat und seinen neuen Freund Pedro, ein Mexikaner, der neu an die Schule
kam. Der entschließt sich schließlich sich als Schülersprecher
aufstellen zu lassen, wobei Napoleon ihm natürlich hilft. Bis dahin
ist aber schon lange mehr als der halbe Film vorbei.
Doch NAPOLEON DYNAMITE lebt nicht so sehr von der Story, es sind Ideen,
die Figuren, die Situationen und die Details, die diesen Film einfach
zu etwas besonderem machen. Und ebenso viel tragen die Schauspieler
dazu bei, vorallem Jon Heder verkörpert Napoleon als wohl DEN Filmnerd
der Filmgeschichte, der natürlich sein Happy End bekommt, es auf
dem Weg dahin aber ganz und gar nicht leicht hat. Mit ihm leidet man
als Zuschauer, aber man versteht auch seine Mitschüler, die Napoleon,
genau wie wir, einfach "ertragen" müssen. Doch man wird
Napoleon nicht so schnell vergessen, denn er wächst einem ans Herz.
Insgesamt 8
von 10 Punkten, für die wunderbaren Charaktere, die tolle
Independent Entstehungsgeschichte des Films und vorallem wegen Jon Heder
als Napoleon Dynamite. Leider wird man aber wohl jetzt auf die DVD warten
müssen, um den Film zu sehen.
Dann aber unbedingt nach dem Abspann weiterschauen!
Max
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01-08-2006
"Pirates of the Caribbean:
Dead Man's Chest", USA 2006, 150 Min., Regie:
Gore Verbinski
IMDB-Link
- Trailer
Zu Deutsch (freie Übersetzung):
Fluch der Karibik 2’!
Es war der späte Sommer 2003
als ich mich flüchtend (-um nicht aus einer flüchtigen Bekanntschaft
eine tiefegreifende Beziehung zu stolpern-) im Kino versteckte –
nur um dort nichts ahnend sofort in die nächste wirklich tiefgreifende
Liebe meines Lebens zu finden: Jack Sparrow – verzeihung –
Captain Jack Sparrrow, seines Zeichens Pirat, war mir doch auf anhieb
sympathisch: meist chaotisch geordnet auf der Flucht dann aber auch
mal Verflucht – wichtiger für mich als Fan: hat er doch endlich
(!) das längst vergessene Abenteuergenre und den Piratenfilm in
beinahe biblischer Manier wiederauferstehen lassen!
Jack Sparrow (Johnny Depp) hat
damals Weltweit die Kinokassen mit geschätzten 664Mio$ nicht schlecht
klingeln lassen*. Klar alles was folgt ist nun rein logisch: never change
a winning team (bayr: wenns laaft nacha lass laaffa)! So stellte unser
guter alter Bruckheimer, Jerry seitdem seine fleißige Crew der
Black Pearl wieder an und beschäftigte die Herren Verbinski, Gore
(Regie), und geschätzte 300-1000 weitere schwerschaffende Crewmitglieder
– bis hin zu meinem Abspann-Liebling – dem „Contact-Lense-Technician“.
Logo, es war davon auszugehen
das beim zweiten Teil nicht gespart wird (dem war auch so mit einem
schlappen produktions budget von geschätzten 150-200Mio$) –
aber wie tritt das sequel nun die Nachfolge des ersten an?
Was zu erwarten war: ein absolut
hinreissender, weil unverschämt komischer Johnny Depp, tolle Musik,
ebenso Sets und Kostüme, ClassA CGI und super Action – und
in der tat, alles sehr Oscarverdächtig! Was aber wird mit der Story
sein? Im ersten Teil lastet ein Fluch auf dem Aztekengold und seinen
Räubern. Als ich las, dass Captain Sparrow diesesmal dem ‚herzlosen’
Piraten Davy Jones (Bill Nighy) seine Seele schuldet – befürchtete
ich einen flachen abklatsch.
Ins Kino nahm ich einen Zettel
+ Stift mit, um mir diesmal Kernelemente zu sichern!
Darauf stehen wirklich nur diese mikrigen Punkte:
- Disney neues Logo – viel besser
- Endlich: Krähen!!!
- Contact Lense Technician!!!!!!!
Mehr hab ich einfach nicht geschafft.
Von Anfang bis ende schnelles,
astreines und kurzweiliges Sommerblockbuster-Hollywood-JohnnyDepp-Kino.
Sparrow war – wie zu erwarten – der Augenschmaus –
die Action war dank gelungenen slapstick-einlagen nie wirklich langwierig
- wir denken da an eine besagte Flucht vor einem Kanibalenstamm und
geradezu ‚rädernden’ Kämpfen (bisweilen auch die
Optik rädernd)!
Der Film steht dem ersten Teil
nicht wirklich nach, wenngleich die klassischen Sparrowmomente diesmal
nicht so unerwartet kommen wie im ersten.
Dead Man’s Chest hat als zweiter Teil - und als unbedingter Vorbereiter
auf den Dritten - meiner Meinung nach ein klein wenig an Zug eingebüßt
– aber ich denke einbüßen müssen. Minus gibts
bei mir nur für die liebe Miss Swan (Keira Knightley), die zwar
letztendlich nochmal für Verwirrung sorgt, die ich aber irgendwie
doch ‚a wengerl blass’ fand.
Alles in allem kriegt er 9 von 10 Punkten, weil: bissl
zu wenig Zug für 10 aber genug Depp und intelligent selbstkarikierendes
Spektakel. Am allerbesten hat mir ja doch die Sprache der Kannibalen
gefallen --- ach ja lohnt sich die ca. 10min abspann reinzuziehen nicht
nur der Mucke wegen... da kommtnoch was!
Und jetzt heissts wieder warten
warten warten – bis es ans Ende der Welt geht...*
Um noch eins von vorneherein klarzustellen: Ohne Johnny Depp gäbe
es –denke ich- keine Trilogie! Kaum auszumalen – wäre
Russel Crowe, Jamie Foxx oder gar Tom Cruise als Captain Jack an board
der Black Pearl gegangen...
Matze
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01-08-2006
´ "The Fast and the Furious: Tokyo
Drift", USA 2006, 104 Min., Regie: Justin Lin
IMDB-Link
- Trailer
...gabs den für mich dritten Film in dieser
Woche, nämlich die sozialkritische Milleustudie "Tokyo Drift"
aus der vom katholischen Filmdienst mehrfach prämierten Doku-Drama-Reihe
"The Fast and the Furious".
Der Amerikanische Außenseiter Sean, dessen Liebe zu Autorennen,
sein selbstzerstörerischer Hang sowie der radikale Fahrstil ihn
immer wieder in Probleme bringen, wird schließlich zu seinem Vater
nach Tokyo geschickt und soll nun dort die Schule besuchen. Schnell
findet er dort neue Freunde, doch nicht alles ist...ach, scheiß
drauf!
Eigentlich völlig Schnurz, was in dem Film passiert, hauptsache
die Reifen
glühen, die Motoren heulen auf und die Beifahrermädels sind
leicht bekleidet. Eigentlich eine Schande, dass jemand wie ich, der
nicht die Bohne Ahnung von Autos hat, sich so einen Film ansieht, doch
wenn man mit Profis wie dem Kiez und dem Till reingeht, ist das schon
in Ordnung. Der Saal war nachmittags am Kinotag eh zu 90% mit 12 bis
15jährigen gefüllt, die selber noch nie am Steuer gesessen
sind, da hat das sowieso keiner gemerkt.
Jedenfalls macht der Film anfangs nicht den Fehler und versucht groß
eine Geschichte aufzubauen, sondern setzt ganz auf die schnell geschnittenen
und schön inszenierten Autorennen. Freunde von PS-Monstern und
den oben erwähnten Eigenschaften dieser Filmreihe, kommen auf ihre
Kosten. Den Produzenten war wohl auch klar, dass sie mit einem Hauptdarsteller,
der etwa die Mimik eines Steines besitzt (so schauen darf eh nur Steven
Seagal), nicht viel an Emotionen heraus kitzeln werden/sollten. Trotzdem
frag ich mich, warum sie die störenden Szenen, wo die "Charaktere"
plötzlich versuchen sinnvoll oder gar philosophisch (!) zu reden
und die "Geschichte" sich ein wenig entwickeln soll, nicht
einfach draußen liesen. Nicht reden - Auto fahren!
Was folgt ist handwerklich eins
A gemachtes 0815 Kino, was Zielgruppen
orientiert in Deutschland bestimmt einen Haufen Interessenten finden
kann, die dann auf dem Heimweg sich und die Freundin gegen den ersten
Baum fahren. Auch das ist den Produzenten klar gewesen, daher kommt
direkt nach dem Ende eine "Jackass"-ähnliche Ansage,
dass Profis diese Stunts auf gesperrten Straßen ausführten
und man sie nicht nachmachen...ach, scheiß drauf! Immer Vollgas,
Alda!
Insgesamt 5 von 10 Punkten, da der Film nicht, wie
etwa "Poseidon", groß versucht, eine Story zu erzählen,
sondern sich meistens klugerweise auf sein Actiontalent konzentriert.
Und das reichte für mich an einem verregneten Kinotag.
Max
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28-07-2006
"Poseidon", USA 2006, 99 Min., Regie: Wolfgang Petersen
IMDB-Link
- Trailer
....sah ich schließlich
doch noch das Remake von "Poseidon" im Mathäser und zwar
am Starttag von "Fluch der Karibik 2". Kein Wunder also, dass
ich so ziemlich alleine im Kino war.
Der Film wurde ja im Vorfeld nicht sehr gut besprochen (u.a. vom SPIEGEL
sehr schön zerrisen), floppte in den USA (22,1 Millonen US$ Einspiel
am ersten Wochenende bei einem geschätzen Budget von ca. 160 Millionen
US$ sind quasi ein Weltuntergang für das Studio) und trotzdem wollte
ich ihn unbedingt sehen. Warum? Nun, ich mag Filme mit Wassermaßen,
war mir sicher, dass auf der Leinwand trotzdem einiges geboten wird
und hatte einfach Lust auf dickes Hollywood Kino. Sehen muss man diesen
Film aber wirklich nicht.
Viel hatte ich mir nicht erwartet, also wurde ich auch nicht besonders
enttäuscht, doch trotzdem gehört der Film in die Schublade
"langweiliges und überflüßig". Irgendwie interessiert
einen keine Sau auf diesem Schiff, da können noch so viele bei
der Monster-Horror-Welle-des-Grauens ersaufen und spektakulär durchs
Boot geschleudert werden. Die Handvoll Klischeebeladener Figuren, denen
wir dann auf dem Weg raus aus dem Boot folgen, gehen einem ebenfalls
am Arsch vorbei. Vorallem der dumme kleine Junge Connor, der blöde
Fragen stellt und Scheiße baut, die nur dazu dient, dass wieder
irgendwer (meistens er) vom Anführer Dylan heldenhaft gerettet
wird, ohne dass danach irgendetwas erklärt wird. Zum Beispiel:
Warum ist der Junge plötzlich weg, als die Truppe kurz verschnauft
und überlegt, wie es jetzt weiter geht? Wird nicht beantwortet.
Warum ist er dann plötzlich in einem Käfig, wo es keinen Eingang
gibt und der mit Wasser volläuft? Wird nicht beantwortet. Und wie
zur Hölle rettet ihn dann Dylan, wenn es da, wie er kurz vorher
sagte, keinen Eingang gibt? Naja, ist ja auch egal.
Dafür gibts ein paar endlos Tauchszenen, die ich immer ganz gerne
sehe, ordentlich Wasser durch Scheiben schlagen und am Anfang eine schöne,
lange Kamerafahrt um und über das Boot.
Ob sich das jetzt fürs Kino lohnt? Nicht wirklich, außer
man kann auch Filmen, wo man schon vorher weiß, dass sie eher
enttäuschen werden, für sich was abgewinnen. Oder an einem
verregneten Kinotag vielleicht. Auf DVD wird der Film nochmal ein Stück
an Wert verlieren, da die Bilder auf der Leinwand auf jeden Fall was
her machen, am Fernseher aber wohl eher absaufen dürften.
Insgesamt bekommt der Film trotzdem von mir 4 von 10 Punkten,
wegen der gut gemachten Action und weil Kurt Russel einfach ne coole
Sau ist.
Max
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18-07-2006
"Populärmusik aus
Vittula", Schweden/Finnland 2004, 105 Min.
Regie: Reza Bagher
IMDB-Link
- Trailer
...und zwar im Open-Air Kino im Westpark lief diese saukomische, aber
auch teilweise heftige Kömodie. Basierend auf dem gleichnamigen
Roman erzählt die Geschichte das Erwachsenwerden in den 1960ern
von zwei Freunden in einem Kaff im hohen Norden Schwedens.
Bereits im Alter von 7 lernen sich Matti und Nilla kennen und erleben
einige komische Ereignise in ihrer Stadt. Wie etwa wenn der erste Schwarze
in die Stadt kommt und als Priester eine Rede hält, die Nilla mit
den paar Brocken Esperanto, die er aus dem Radio kann, für das
ganze Dorf übersetzen soll. Oder als sich ihr Leben plötzlich
grundlegend verändert, wenn eine Beatles Platte gegen eine Bibel
getauscht wird und das neue Rock'n'Roll Feeling gleich in der Schule
während der "lustigen Stunde" den Klassenkameraden und
der Lehrerin vorgeführt wird.
Der Film ist durchgehend zum schreien komisch und fesselnd, es wird
nicht eine Sekunde langatmig oder gar langweilig, dazu ist der Film
einfach zu vollgepackt mit liebenswerten und schrägen Charakteren,
die allesamt wunderbar gecastet wurden. Besonders beim Hochzeitsessen
von Mattis Onkel bitte auf die Familienmitglieder achten!
Auch die etwas heftigeren Szenen, die wohl zu dem Leben in dieser Zeit
an diesem Ort dazugehören, fügen sich ohne Probleme in den
Film ein.
Saubere 9 von
10 Punkten, aber auch nur, weil ich als Muiskfilmfan gerne
noch etwas mehr Auftritte der Schülerband gesehen hätte...
Max
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